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missio_ebooks_01_2013

missio magazin 1/2013 13 >> Die Zahlen HIV-Positiver und Aidskranker in Afrika sind immer noch sehr hoch. Doch in den letzten Jahren ist die Prävalenzrate, so der Fachbegriff für den Anteil Be- troffener in der Gesamtbevölkerung, in den Ländern zurückgegangen, die am meisten unter dem Virus zu lei- den hatten. Waren beispielsweise in Simbabwe im Jahr 2001 noch 23,7 Prozent der Bewohner HIV-positiv, so sollen dies acht Jahre später nur noch 14,3 Prozent gewesen sein. Mittlerweile hat sich in vielen Län- dern Afrikas der Zugang zu Aids- Medikamenten verbessert. In Ruan- dabekommenbeispielsweiserund88 Prozent der Betroffenen Mittel, die das Virus eindämmen, in Südafrika 55 Prozent, in der Zentralafrikani- schen Republik nur 24 Prozent. Dies erklärte P. Paterne Mombé, Direktor des African Jesuit Aids Network (AJAN) mit Sitz in Nairobi (Kenia), bei einem Kurzbesuch bei missio Ende Oktober. AJAN gibt es seit dem Jahr 2002 und seither engagie- rensichdieMitarbeiterinverschiede- nen afrikanischen Ländern in der Aufklärung gegen HIV sowie in der pastoralen Begleitung Aidskranker. „Aidskranke werden immer noch stark stigmatisiert“, sagt P. Mombé, „obwohl in Afrika fast jede Familie von der Krankheit betroffen ist.“ Die Jesuiten versuchen einer ge- wissen Aufklärungsmüdigkeit ent- gegenzuwirken. „Manche denken mittlerweile, dass sie zu viel über das Thema Aids gehört haben, aber die Menschenwissentrotzdemnichtgut Bescheid“, so der 42-Jährige. So ar- beitet AJAN mit einer modern ge- machten Website und ist in sozialen Netzwerken wie Facebook vertreten. Eine Kampagne mit dem Namen A- Happy richtet sich vor allem an Jugendliche. AJAN engagiert sich auch im sozialen Bereich und bietet Infizierten berufliche Kurzausbil- dungen, damit sie eigenes Geld ver- dienen können. Unterstützt wird AJAN durch viele der rund 1300 JesuitenAfrikassowiedurchFreiwil- lige aus aller Welt. P. Paterne Mombé hat über sei- nen Ansatz in der Seelsorge mit HIV-Positiven das Buch „Rays of Hope – Managing HIV in Africa“ geschrieben << G. Riffert >> Nachdem internationale Beklei- dungsfirmen, wie H&M und Adi- das, bekannt gegeben haben, Baum- wolle aus Usbekistan aufgrund der dortverbreitetenKinderarbeitzuboy- kottieren, dürfen usbekische Kinder zurück in die Schule. Stattdessen wurden nun Büroangestellte, Kran- kenschwestern und auch Ärzte vom Staat auf die Felder beordert, um von Oktober bis November das „weiße Gold“ Usbekistans zu ernten. Wer sich weigert, riskiert seinen Job. Die BBC berichtet von Patienten, die nicht behandelt werden konn- ten, weil ihr Arzt „in cotton“, also auf dem Baumwollfeld, war. Über zwölf Stunden müssen die Zwangsarbeiter am Tag Baumwolle pflücken. Wer weniger als 60 Kilo- gramm erntet, muss den Rest aus eigener Tasche dazu kaufen. Völlig verbannt wurde Kinderarbeit durch diese staatlich verordnete Maßnah- me jedoch nicht. Sobald man 15 Jahre alt ist, kann man noch immer offiziell zur Baum- wollernte eingezogen werden, denn dann– sostehtesinderVerordnung – gilt man nicht mehr als Kind. Weltweit müssen laut Inter- nationaler Arbeitsorganisation (ILO) rund 215 Millionen Kinder arbei- ten. Mehr als die Hälfte davon unter gefährlichsten Bedingungen. Besonders betroffen sind Kinder in Asien, Afrika und Südamerika. Die Vereinten Nationen haben nun ver- kündet, Kinderarbeit bis zum Jahr 2020 vollkommen abschaffen zu wollen. Vorausgegangen ist diesem ambitionierten Plan eine Untersu- chung, die aufzeigt, dass selbst wirtschaftliches Wachstum in Ent- wicklungsländern die Anzahl der Kinderarbeiter bisher kaum verrin- gert hat. << S. Seyferth P. Paterne Mombé SJ: „Manche denken mittler- weile, dass sie zu viel über das Thema Aids gehört haben, aber die Menschen wissen trotz- dem nicht gut Bescheid.“ KAMPF GEGEN AIDS Seit zehn Jahren gibt es das afrikanische Aids-Netzwerk der Jesuiten. Fotos:JörgBöthling,dpa,ThomasGrabka/laif,missio Offiziell abgeschafft: Trotzdem müssen noch immer viele Kinder bei der Baumwollernte in Usbekistan mithelfen. STAATLICH VERORDNETE ARBEIT Usbekistan schafft Kinderarbeit offiziell ab und führt stattdessen Zwangsarbeit ein. 12-13_Facetten-Inter_13-01:12-13_Facetten-Inter_13-01 26.11.2012 11:21 Uhr Seite 13

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