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missio_ebooks_01_2013

Unerwartetem: In gewisser Weise war es eine Symbiose aus den Idea- len der Französischen Revolution und dem christlichen Geist: Eine Frau, Pauline Jaricot, legte den Grundstein für eine Laienbewe- gung, die von Lyon aus die ganze Alte Welt erfassen sollte und zu Gründungen von Missionsvereinen und -werken in den europäischen Ländern führte. Zwar war sie von großbürgerlicher Herkunft – aber das, was sie initiierte, ergriff ein ganzes Volk. Und nicht nur eines. Auch in Bayern hatte dieser Gedanke um sich gegriffen. Im Lyoner Rechenschaftsbericht von 1827 ist schon eine Spende aus dem fernen Bayern vermerkt: 358,35 Franken, die der Augsbur- ger Priester und Lehrer Dominik Schelke gesammelt hatte. Erst elf Jahre später, am 12. De- zember 1838, gewann das, was als „lose Sammlung“ vom König ge- nehmigt worden war, ein offizielles Gesicht: Ludwig I. von Bayern un- terzeichnete die Gründungsurkun- de des Ludwigsvereins, der sich bald im Volksmund zum Ludwig Missionsverein wandelte. Struktu- riert war der Verein, der heute auch den Namen missio trägt, nach dem Vorbild in Lyon. Unterstützen wollte der bayerische König damit zweierlei Anliegen: die bayerischen und deutschen Auswanderer nach Nordamerika und die Mission nach Asien. „Das größte und hilfsbe- dürftigste Entwicklungsland des Grün- dung des Wer- kes zur Glau- bensverbrei- tung in Lyon durch Pauline Jaricot. König Ludwig I. von Bayern genehmigt am 12. Dezember die Satzung des Ludwigsvereins, nach- dem er am 7. Juli die Geneh- migung zur Gründung eines Missionsvereins erteilt hatte. Der Zentralrat des Ludwig Missionsvereins, wie er bald im Volksmund heißt, überweist keine Spen- dengelder mehr nach Lyon, weil man befürchtet, dass französische Missionare bevorzugt bedacht werden könnten. Man bindet sich stärker an die Propaganda Fide in Rom. Bald befürchtet man aber auch dort, dass die Spenden zu stark in die italienische Mission gehen. Hofkaplan Ferdinand Müller wird erster Geschäfts- führer des Ludwig Missions- vereins. 1845 1844 1838 1822 19. Jahrhunderts waren die Vereinigten Staaten in Nordamerika“ fasste der Benediktinerpater Willibald Mathäser die damalige Weltsicht zu- sammen. So flossen zu- nächst ein Großteil der Mittel in die Hilfe für die deutschen Aus- wanderer in die USA. Mit Unter- stützung des Königs machten sich sechs Ordensgemeinschaften aus Bayern auf den Weg in die „Neue Welt“. Den Armen Schulschwes- tern aus München gab der Monarch beispielsweise vor der Abreise eine homöopathische Apotheke und den Ratschlag, deutsch zu bleiben und nicht englisch zu werden. Doch schon von Anfang an beschränkte Erster und einziger Bischof der Mongolei: 1992 kam Wenceslao Padilla auf Wunsch der Regierung nach Ulan Bator, um beim Aufbau des Landes zu helfen, das nach 70 Jahren als Satellitenstaat des kommunistischen Regimes der Sowjetunion zur Volksrepublik geworden war (links). Kitgum, Norduganda (rechts). missio magazin 1/2013 25 22-31_175Jahre_13-01-7.qxd:22-31_175Jahre_13-01 26.11.2012 12:25 Uhr Seite 25

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