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missio_ebooks_01_2013

schen Werk in Lyon getrennt und komplette Eigenständigkeit er- langt. Mit dem Einverständnis Roms vergab man von München aus selbstständig die Gelder, hielt immer engere Kontakte zu den Missionen im Ausland und ver- zeichnete in den nachfolgenden Jahren und Jahrzehnten eine ste- tig wachsende Zahl an Mitglie- dern. 1882 wird der Ludwig Mis- sionsverein zur Körperschaft öf- fentlichen Rechts. Sechs Jahre später, anlässlich der 50-Jahr- Feier, sagt Domkapitular Paul Ka- gerer, der Verein sei „zum Heile und Segen geworden für den gan- zen Erdkreis und namentlich für die Bayern selbst.“ Als Papst Pius XI. 1922 die Leitung des Werkes der Glaubens- verbreitung von Lyon nach Rom verlegt und ihr alle Missionsverei- ne unterstellen will, zögert man in München. Die bayerische Bischofs- konferenz entscheidet sich schließ- lich dafür, da die Statuten kaum geändert werden mussten und man davon ausgeht, die bayerische Ei- genständigkeit wahren zu können. Eigenständigkeit zu wahren und überhaupt Gelder ins Ausland zu transferieren wurde in den Jahren des Nationalsozialismus zum Drahtseilakt. Ab 1934 wurde die niale Strukturen nach sich zogen und zementierten oder sich an die Seite der Menschen stellten und für sie einsetzten, darüber wird bis heute gestritten. Sicher ist, dass sich für beides Beispiele finden lassen. Aus heutiger Sicht, da die Kir- che zu einer alle Kontinente über- spannenden Gemeinschaft gewor- den ist und die „Alte Welt“ längst zum Missionsland, beeindrucken auch Dokumente, die nahelegen, wie sehr sich die Ausreisenden ihrer neuen Existenz verschrieben. Der Ordensgründer der Spiritaner, P. Franz Libermann gibt 1843 den ersten zehn ausreisenden Missio- naren folgende Gedanken mit, in der Wortwahl seiner Zeit, die keine Geringschätzung beeinhalte- te: „Lasst Europa hinter euch zu- rück, entledigt euch seiner Sitten und seines Geistes. Werdet Neger mit den Negern. Bildet sie so, wie sie es erhoffen, und nicht nach europäischer Manier: Lasst ihnen, was sie auszeichnet. Ihr gehört ihnen ganz. Seid ihnen gegenüber wie Diener gegenüber Ihren Her- ren, achtet ihre Sitten und Ge- wohnheiten, damit diese gut und heilig werden und sie so zu einem Volke Gottes werden.“ Der Ludwig Missionsverein hat- te sich bereits 1844 vom französi- missio magazin 1/2013 29 Der Transfer von Devisen ins Ausland wird verboten. Es gelingt trotz strenger Gesetze, Beiträge an Rom zu über- weisen. 1937/38 werden viele Ordensschulen ge- schlossen. Der Ludwig Missionsverein trägt die Reisekosten für Schwes- tern und Lehrer, die nach Südamerika auswandern. Zudem wird die Kirche in den besetzten Ostgebieten unterstützt. 1941 kommt Johannes Neuhäusler als „gefährlichster Mann im Ordinariat“ ins Konzentra- tionslager Dachau. 1944 werden die Räume des Ludwig Missionsvereins samt Archiv während eines Bombenangriffs ver- nichtet. In den Kriegsjah- ren stiegen die Spenden für die ausländischen Mis- sionen an – entgegen dem Rassenwahn. Eucharistischer Kongress in München. Viele Vertreter aus den Missionsgebieten nehmen an dem Kongress teil. Mit der Gründung des Johannes-Kollegs soll der großen Wohnungsnot unter ausländischen Stu- dierenden in Müchen ent- gegengewirkt werden. 1933-1945 1965 1960 Dorf in Mali (schwarzweiß) Blick auf Kigali, Ruanda (unten). 22-31_175Jahre_13-01-7.qxd:22-31_175Jahre_13-01 26.11.2012 12:26 Uhr Seite 29

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