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missio_ebooks_01_2013

... die Finanzkrise ausbrach. >> Das Weihnachtsfinanzkrisen- märchen: Es war einmal eine Familie. Die freute sich sehr auf Weih- nachten. Die Kinder hatten lange Wunsch- zettel geschrieben. Sie wünschten sich Puppen, fernge- steuerte Autos, Flugzeuge, Lego- Technik, Handies, Playstation 1 bis 5, Laptops und vor allem sehr viel GELD. Auch die Eltern wollten sich ein paar Wünsche erfüllen; darunter ein neues Auto und ein renoviertes Bad. Dann kam Weihnachten. Alle zogen sich sogar etwas Ordent- liches an und dann spazierten alle in die überfüllte Kirche. Aber irgendetwas war anders in die- sem Gottesdienst. Der Pfarrer sprach leise, das Krippenspiel war – wie immer – unverstärkt und sogar die Orgel spielte sehr leise. Nur der Posaunenchor war wie im- mer laut und verstimmt. Als der Gottesdienst vorüber war, verließen alle mit ernsten Gesich- tern die Kirche. Am Ausgang stand der Pfarrer mit dem Klingelbeutel, wünschte allen Frohe Weihnachten missio magazin 1/201334 humor lars reichow BIN ICH FROH, DASS ICH NICHT DABEI WAR, ALS ... glosse > Etwa eine halbe Stunde war es ganz still im Haus. Dann öffnete sich eine Tür und der Sohn kehrte an den Tisch zurück. Er begann mit seinem kleinen Holz- pferd zu spielen. Es ging ganz gut ... Kurz darauf kam auch die Tochter und schrieb etwas mit dem neuen Stift. Mit zunehmender Heiliger Nacht beruhigten sich alle und kamen zu- rück zum Esstisch. Schließlich fingen die Kinder an sich zu unterhalten. Und sie erzählten den Eltern Ge- schichten aus der Schule, von den an- deren Kindern aus der Nachbar- schaft. Das hatten sie lange nicht mehr getan. Die Eltern hörten zu, wenn die Kin- der redeten. Das hatten sie lange nicht mehr getan. Und die Kinder hörten zu, wenn die Eltern etwas erzählten. Das hatten sie noch nie getan. Dann legten sich alle gemeinsam in ein großes Bett und kuschelten sich zusammen. Im Bett kitzelten sich noch mal alle durch und der Vater musste so laut lachen wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer Weile schmiegten sich die Kinder an die Eltern und schlie- fen glücklich ein. Da gab die Mutter dem Vater einen innigen Kuss und flüsterte: „Ach, wäre doch jedes Jahr Finanz- krise ...“ << und sagte: „Ich wünsche Ihnen viel Kraft ...“ Vater und Mutter tauschten einen besorgten Blick und auf dem Heimweg schwiegen alle. Nur die Kinder stürmten vor, denn sie waren aufgeregt und neugierig. Dann kam die Bescherung. Mit spitzen Schreien sprangen die Kinder durch das Wohnzimmer, geradewegs auf den Weihnachts- baum zu und wollten ihre Ge- schenke auspacken. Aber da lagen nur sehr kleine Pake- te, mit ganz bescheidenen Gaben. Für das Mädchen ein Stift und für den Jungen ein Holzpferd! Die Kinder weinten, weil sie mit mehr gerechnet hatten. „Wie soll ich denn jetzt mein Handy aufladen?“ schrie die Tochter. „Und wer bezahlt mir meine Reitstunden und meine Strähnen?“ Der Junge knurrte verbissen: „Wie stehe ich vor meinen Freunden da – ohne Laptop! Ohne power-player und Onobolo- gics – wie ein Volldepp!“ Dann ging es zum Essen. Die Mutter hatte Tränen in den Au- gen, denn sie hatte nur eine Suppe kredenzt. Schließlich stand der Va- ter auf und sagte: „Ich bitte alle Be- troffenen um Verständnis. Frohe Weihnachten ...“ Die Kinder sprangen auf und rann- ten sofort auf ihre Zimmer, die Mutter nahm eine Tablette und leg- te sich aufs Bett. Der Vater stand am Fenster und nahm einen tiefen Schluck Wein. 1964 in Mainz geboren, stand Lars Reichow bereits mit 18 Jahren das erste Mal auf der großen Bühne. Ge- meinsam mit Hanns- Dieter Hüsch ging es damals auf Tournee. Heute begeistert Rei- chow seine Fans mit ei- ner Mischung aus Ka- barett und musikali- schen Einlagen. Der Musikkabarettist, der den Spitznamen „Der Klaviator“ trägt, ist re- gelmäßig in verschie- den Fernsehsendungen zu Gast, u. a. bei Ottis Schlachthof (BR), Neu- es aus der Anstalt (ZDF) oder Spätschicht (SWR). Zudem ist Rei- chow jeden letzten Samstag im Monat mit seiner Radiosendung „Musikalische Monats- revue“ auf SWR2 zu hören. Am 23. und 24. Januar 2013 ist der Gewinner des Deut- schen Kleinkunst- preises mit seinem Pro- gramm „Goldfinger“ zu Gast in der Münch- ner Lach- + Schieß- gesellschaft. Weitere Termine unter: www.larsreichow.de Foto:WernerFeldmann 34-35_Glosse-reichow:34-35_Glosse-reichow 26.11.2012 12:07 Uhr Seite 34

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