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missio_ebooks_01_2013

Klinik, sie sind fast alle belegt. Müt- ter mit kleinen Kindern, die auf der Geburtenstation entbunden haben. Männer mit Tuberkulose. Oder mit Aids. „Dieser Virus breitet sich zur Zeit auch bei uns sehr schnell aus“, sagt Dr. Iannetti. Aids ist ausgerech- net deshalb auf dem Vormarsch, weil Frieden eingezogen ist im Süd- sudan. Viele Flüchtlinge kehren aus den Nachbarländern Kenia und Uganda zurück und bringen den Vi- rus von dort mit. „Früher sind die Menschen hier aus anderen Grün- den gestorben,“ seufzt der Chefarzt. Jede Zeit hat ihre Krankheiten. „Ich hatte früher mal Lepra“, sagt Gabriel Parang. Der etwa 50 Jahre alte Mann liegt eine Station weiter und wartet ebenfalls gerade auf die ärztliche Visite. Er zeigt auf sein linkes Bein. „Die Lepra war schon so weit fortgeschritten, dass mir ein Teil des Beins abgenommen werden musste.“ Vor ein paar Tagen wurde Gabriel Parang wieder nach Mapuordit gebracht. Er ist am Rü- cken von einer Hyäne gebissen wor- den. „Weil mir ein Bein fehlt, konn- te ich dem Raubtier nicht schnell genug entkommen.“ Das mit der Lepra ist möglicher- weise nur die halbe Wahrheit. Man- che Leute in der Klinik sagen, dass Gabriel Parang sein Bein nicht we- gen Lepra, sondern im Krieg verlo- ren hat. Der Mann hat viel erlebt, aber er redet nicht gern darüber. Die Schrecken des Krieges haben die Menschen für immer gezeichnet. Irland hat 450 sudanesische Ärzte – Mapuordit keinen Die Klinik und der Krieg - diese beiden Geschichten sind eng ver- bunden. Denn ohne den Krieg wür- de es die Klinik gar nicht geben. Und der Krieg erklärt auch, warum sie so weit weg, mitten im Dschun- gel liegt, mehr als 30 Kilometer entfernt von einer befestigten Stra- ße. Im Frühjahr 1993 rückten nord- sudanesische Reitermilizen auf die Stadt Yirol vor. Antonov-Flugzeuge aus sowjetischer Produktion flogen ihre gefürchteten Bombenangriffe. Für die Menschen in Yirol bedeute- te das: „Wir müssen fort von hier!“ Ihnen blieb gerade noch genug Zeit, um die Flucht gemeinsam zu orga- nisieren. Sie wollten nicht einfach davonlaufen, sondern irgendwo hin, wo ein Weiterleben möglich sein könnte. „Gehen wir in die Wälder“, missio magazin 1/201344 Immer mehr junge Südsudanesen wollen ihren Landsleuten helfen - sie lassen sich zu Pflegekräften ausbilden (u.). Hauptkrankheiten sind Malaria, Durch- fall und Atemwegserkrankungen. Auch die Zahl der HIV/Aids-Infizierten steigt. Bei der Visite: Ein Patient lässt sich von Dr. Iannetti und den Assistenzärzten untersuchen. Dr. Arnold Mbasa (u.) kam aus Uganda in den Südsudan. Einheimische Ärzte gibt es kaum. 40-45_Sudan-Mapuordit_13-01_NEU!.qxd:40-45_Sudan-Kumboni_13-01 26.11.2012 12:29 Uhr Seite 44

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