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missio_ebooks_01_2013

Irland soll es 450 sudanesische Ärzte geben. Nur die wenigsten wollen ihr Leben in einer Klinik im Dschungel verbringen. Immerhin melden sich nun jedes Jahr mehr junge Südsuda- nesen für die Kurse in Mapuordit an, mitdenenmanzumPflegehelferaus- gebildet wird. Der Staat bezahlt, die Kirche organisiert die Programme. Noch bleibt Mapuordit manchmal von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders zur Regenzeit, wenn die wenigen Straßen und Wege überflu- tet sind. Jeder Krankentransport kann da ein Wettrennen auf Leben und Tod werden. Gabriel Parang, der Mann mit der Bisswunde am Rücken, lehnt sich wieder in seinem Bett zurück, die Ärzte haben ihre Visite fort- gesetzt. Plötzlich dringen heftige Schreie durchs offene Fenster herein. Fünf, sechs Frauen und Männer sind es, die draußen ein Klagelied ange- stimmt haben. Auf ihren Schultern tragen sie etwas, das sie in eine Wolldecke gewickelt haben. Offen- bar ein menschlicher Körper. Eine weitere junge Frau, die mit schwerer Malaria in die Klinik kam. In ihrem Fall war jede Hilfe zu spät. Vor wenigen Minuten ist sie gestorben. Jetzt wird sie zurück in ihr Dorf ge- bracht und dort beerdigt. Dr. Rosario Iannetti erfährt erst später davon, als er von der Visite zurück ins Sprechzimmer kommt. Er blickt vom Schreibtisch auf. „Ja, natürlich, eine Klinik ist immer ein Ort, an dem die Menschen leiden müssen. Aber noch mehr ist sie ein Ort, an dem sie geheilt werden. Ich weiß, dass wir den meisten Men- schen helfen können. Deshalb bin ich hier.“ << südsudan Von 1955 bis 1972 und von 1983 bis 2005 dauerten die beiden Bürgerkriege im Sudan. Noch immer ist der Frieden brüchig. Seitdem im Juli 2011 aus dem riesigen Land am Nil zwei unabhängige Staaten geworden sind, gibt es Streit um die Grenzziehung und darum, wie die Einnahmen aus den Erdölvorkom- men gerecht verteilt werden können. Gerade die Öl-Millionen sollten im Süd- sudan dazu dienen, ein neues Staatswesen aufzubauen, inklusive Sozial- und Gesundheitssystem. Doch der Übergang braucht Zeit. Ab 2006 hatte eine internationale Gebergemein- schaft unter Vorsitz der USA Krankenhäuser und Gesund- heitsstationen mit Medika- menten im Wert von 30 Millio- nen US-Dollar versorgt. Nun soll das Gesundheitsminis- terium in Juba dieses Pro- gramm weiterführen. Doch sein Budget dafür ist ausge- reizt. So bleiben große Lan- desteile weiterhin auf Hilfe von außen angewiesen. entschieden die Ältesten, „unter den dichten Bäumen können uns die Bomberpiloten nicht finden.“ Bei den Flüchtlingen war auch der katholische Priester der Gemeinde, zusammen mit einigen Ordens- frauen. „Wir gehen mit euch“, hat- ten sie den anderen gesagt. Sie zogen mehrere Tage durch den Busch, aßen Gräser und Wurzeln, schliefen unter den Bäumen. Etwa 70 Kilo- meter von Yirol entfernt hielten sie an. In der Folgezeit bauten Familien sich Häuser, legten Felder und Gär- ten an. Die Kirchenleute errichteten eine Schule und fingen an, in drei kleinen Hütten Medikamente aus- zugeben. Das war der Anfang der Klinik Mapuordit. Heute ist sie das einzige Kran- kenhaus im weiten Umkreis. An manchen Tagen warten schon am frühen Morgen 150 Patienten auf Dr. Iannetti und seine Kollegen, zu denen ein Assistenzarzt aus Uganda, und die Oberschwester aus Kenia gehören. Es fällt auf, dass die mei- sten Klinikmitarbeiter aus dem Ausland stammen. Einheimische Ärzte gibt es kaum im Südsudan. Wer sich ein Medizinstudium lei- sten kann, wandert aus. Alleine in > missio magazin 1/2013 45 Hilfe aus dem Nachbarland: Oberschwester Cassia stammt aus Kenia. Sie regelt die Ausgabe von Medika- menten (o.) und bespricht sich regelmäßig mit Pflege- kräften und den Ärzten (u.) 40-45_Sudan-Mapuordit_13-01_NEU!.qxd:40-45_Sudan-Kumboni_13-01 26.11.2012 12:29 Uhr Seite 45

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