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missio_ebooks_01_2013

missio magazin 1/201350 ein tag in .... >> Groß ist die Zahl der Schiffe, die auf einen Platz im Hafen von Luanda warten. Die Haupt- stadt Angolas boomt. „Willkommen in der zweitteuersten Stadt der Welt“, begrüßen die Taxi- fahrer den Reisenden am Flughafen und grinsen. Teurer ist nur noch Tokio. Die frühere por- tugiesische Kolonie ist der zweitgrößte Öl-Exporteur Afrikas. Zeitweilig wuchs die angolani- sche Wirtschaft mit Raten von mehr als 20 Prozent. Gleichzeitig grassiert die Armut. In den einfachen Vierteln Luandas, den Musseques, gibt es meist keinen Strom- und keinen Wasser- anschluss. Auf dem Land fehlt es den Menschen oft an der einfachsten Gesundheitsversorgung. Die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten weltweit. Jedes sechste Kind stirbt, bevor es fünf Jahre alt wird - mehr als drei Mal so viel wie im benachbarten Namibia. << Klaus Sieg ursprünglicher Name: São Paulo da Assunção de Loanda Einwohner: ca. 5 Mio. Gründung: 1576 Unabhängigkeit: 1975 Währung: Kwanza (AOA) (1 Euro = 124,28 AOA Sprachen: Portugiesisch, Umbundu Kimbundu, Kikongo u.a. „Guten Tag” heißt: Bom dia! IN ZAHLEN ... Luanda ANGOLA Fotos:JörgBöthling HELDEN DES SOZIALISMUS Martialische Bilder am Sockel des Denkmals für den ersten Präsidenten des unabhängigen Angola, António Agostinho Neto, zeugen von der blutigen Geburt der Nation. 1975 brach ein Bürgerkrieg aus, erst 2002 wurde Frieden zwischen der marxistischen MPLA und der UNITA geschlossen. Bereits bei freien Wahlen 1991 hatte die MPLA klar gewon- nen. Aber mit Sozialismus hat die bis heute regierende MPLA nichts mehr zu tun, obwohl sich ihr Führungsgremium immer noch Politbüro nennt. Allein Isabel dos Santos, Tochter des seit 1979 amtierenden Präsi- denten, gehört ein milliarden- schweres Firmenimperium. Slums sind in der Innenstadt nur noch ein sel- tener Anblick. Der Bauboom hat die armen Bewohner an den Rand der Metropole ge- drängt. Über Kilometer erstrecken sich die Hüttensiedlungen entlang der neuen Auto- bahnen, die das Zentrum mit den Gewerbe- parks im Umland verbinden. Die Stadt mit ih- ren relativ gut bezahlten Jobs zieht unzählige Menschen an. Überleben können sie in Luanda nur, wenn sie sich mit vielen anderen eine enge Hütte teilen. In den Hotels, Bars oder Bou- tiquen im Zentrum trifft man diese Mehrheit der Bewohner Luandas höchstens als Portier, Wachmann, Kellnerin oder Zimmermädchen. MAGNET FÜR DIE MASSEN LUANDA Auf der neu gebauten Uferpromenade an der Baia Luan- da geht es zu wie im Central Park in New York. Manager, betuchte Hausfrauen und jungdynamische Metropoliten walken, skaten und joggen um die Wette. Der Knopf in ihrem Ohr ist verbunden mit den neuesten Modellen von Mobiltelefonen. Das Gewirr an Sprachen ist babylonisch. Konzerne aus aller Welt sind mit ihren Mitarbeitern in Luanda präsent, allen voran Chevron, Exxon, Total oder BP. Aber auch der staatliche Ölkonzern Sonangol mischt kräftig mit. Das neue Verwaltungsgebäude von Sonan- gol in Luanda ist das erste Gebäude des Landes mit einem Landeplatz für Hubschrauber auf dem Dach. DYNAMISCHE METROPOLE 50-51_einTag in Luanda_13-01:50-51_einTag in Luanda_13-01 26.11.2012 12:43 Uhr Seite 50

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