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missio_ebooks_01_2013

auf dem Markt zu verkaufen. Und ein gemauertes Haus ist nicht nur kom- fortabler, es schützt auch vor Über- schwemmungen in der Regenzeit. Ich habe die Er- fahrung gemacht, dass die Menschen fast immer motiviert sind, ihre Lage selbst zu verbessern. Was es zusätz- lich braucht, ist vor allem am Anfang Unterstützung von außen. Deshalb sind wir dankbar für die Hilfe von missio. Und es braucht noch etwas: Die Hilfe Gottes. Spiritualität und Evangelisa- tion bringen kein Geld, das ist klar. Aber bei allem Wirtschaften, bei allen Be- mühungen um Selbststän- digkeit ist es doch vor allem die Hilfe Gottes, auf die wir nicht ver- zichten können. << Dieser Beitrag wurde redaktionell bearbeitet und gekürzt. missio magazin 1/2013 09 Trotz der vielen Schwierigkeiten habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich das Engagement für mehr Selbstständigkeit lohnt. Deshalb wollen wir nicht nur bei den Pro- jekten unseres Ordens die Eigenver- antwortlichkeit stärken, sondern auch direkt bei den Menschen in ihrer Dorfgemeinschaft. Ein Bei- spiel ist unsere Initiative „Gemüse- anbau“, an der ab 2013 eine Grup- pe von vorerst 30 Frauen teilneh- men wird. In Burkina Faso dauert die Regenzeit drei Monate, in denen relativ problemlos Landwirt- schaft betrieben werden kann. In den restlichen Monaten ist der Boden zu trocken, um etwas anzu- bauen – und die Frauen, die sonst die Felder bewirtschaften, sitzen untätig herum. Nur eine Minder- heit hat die Möglichkeit, mit klei- nen Dienstleistungen etwas dazuzu- verdienen. Genau hier wollen wir ansetzen: In dem Dorf wird ein Brunnen gebaut, damit die Frauen in der Trockenperiode ihre Felder bewässern und Gemüse anbauen können. Die Überschüsse können dann auf dem Markt verkauft wer- den. Die Frauen warten schon unge- duldig auf die Bohrung des Brun- nens. Um sie auch zum Durchhal- ten zu motivieren, haben wir uns einen zusätzlichen Anreiz überlegt: Diejenigen Frauen, die es schaffen mit dem Gemüseverkauf gutes Geld zu verdienen und sich von dem Ersparten selbst ein Fahrrad zu kaufen, bekommen von uns Hilfe zum Bau eines gemauerten Hauses. Ein Fahrrad macht die Frauen unabhängig von Fahrern und hilft ihnen, ihre Waren noch einfacher ergänzen, die dann an Besucher oder Hochzeitsgäste vermietet werden können. Ein Nachteil des Immobilien- geschäftes ist jedoch, dass zu Beginn große Investitionen benötigt wer- den. Das können auch viele Hilfsor- ganisationen kaum leisten. Zudem sind die Organisationen von der Spendenbereitschaft ihrer Unter- stützer abhängig – und die sinkt bei den sogenannten „einkommens- schaffenden Maßnahmen“ beträcht- lich. Ein Kind, das Hunger hat, berührt einen. Ein Kind, das kein sauberes Trinkwasser hat, berührt einen. Ein Kind, das nichts zum Anziehen hat, berührt einen. Diese Dinge bewegen etwas in unseren Herzen, rühren unser Mitleid an. Aber wer spendet schon gerne für den Bau einer Villa, die dann zur Erwirtschaftung von Einkommen vermietet wird? Auch wenn all das Geldhungernden,durstigen,inLum- pen gekleideten Kindern zu Gute kommt – diese Art der Hilfe ist ein- fach weit indirekter und abstrakter. missio Redaktion „missio magazin“ Pettenkoferstraße 26-28 80336 München redaktion@missio.de Hilfe zur Selbsthilfe ist in der Entwicklungshilfe ein wichtiges Prinzip. Aber wie kann man die Selbstständigkeit wirksam fördern? Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns! stichwort selbstständigkeit ? Fotos:JörgBöthling(4),missio 08-09-Stichwort_13-01:08-09-Stichwort_13-01 26.11.2012 11:15 Uhr Seite 9

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