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missio_ebooks_01_2015

missio magazin 1/201510 nachgefragt bei ... Herr Liao, ihr neues Buch heißt „Gott ist rot“. Wie kamen Sie auf diesen Titel? >> Die meisten Geschichten darin stammen aus der Provinz Yunnan. Diese Region ist bekannt für ihre rote Erde. Nach all den Geschichten, die ich dort gehört habe, wurde mir klar, wie viele Menschen für ihren Glauben gestorben sind. Viele Chris- ten wurden ermordet. Der Weg zu Gott ist bereitet worden mit sehr viel Menschenblut. Gott hat eine Farbe. Diese Farbe ist rot. << Trotzdem gibt es heute mindes- tens 19 Millionen Christen in China. >> Das Christentum konnte sich besonders auf dem Land entwickeln, vor allem unter den einfachen Bau- ern. Der Arm der Kommunistischen Partei reicht nicht so leicht bis auf diese hohen Berge und in die tiefen Täler. An diesen verlassenen Orten ist das Christentum langsam ge- wachsen. << Sie schreiben, dass das auch viele Chinesen bis heute gar nicht wis- sen. >> Ja, und es war auch für mich ei- ne Überraschung. Als wir in die ab- gelegen Bergdörfer von Yunnan ka- men, hatten die Leute plötzlich ganz andere Vornamen: Sie hießen Jo- seph, Jacob, oder Maria. In einem Dorf traf ich einen Mann, der sagte mir, er sei Tibeter. „Also bist du Buddhist“, antwortete ich. „Alle Ti- beter sind doch Buddhisten.“ Und er sagte: „Nein, ich bin Christ und zwar seit Jahrzehnten. Schon mein Urgroßvater war Katholik.“ << Auf Ihren Wanderungen wurden sie begleitet von Doktor Sun, ein Christ, der als Arzt mit einfachsten Mitteln für die verarmte Landbe- völkerung sorgt. >> Es war eine wunderbare Er- fahrung, diesen Mann kennenzuler- nen. Ich traf ihn zum ersten Mal bei einer Familie, in deren Haus es nur das Licht von zwei Taschenlampen gab. Dort hat er eine schwierige Augenoperation durchgeführt. Das hat mich fasziniert. Ein Satz von ihm hat mich besonders beein- druckt: „Eigentlich könnten diese armen Leute alle glücklich und in Frieden leben – ohne die Kommu- nistische Partei. Wozu brauchen sie die KP?“ << Sie sind vielen bemerkenswerten Menschen begegnet - von der 100 Jahre alten Nonne bis zum blinden Straßenmusiker. >> Das war die glücklichste Zeit in meinem Leben. In den Bergen bin ich auch der Überwachung durch die Polizei entkommen. Nie wieder habe ich mich so frei gefühlt wie in dieser Zeit. << Seit ihrer Haft wurden Sie ständig von den Behörden überwacht. Wie groß war die Gefahr für Sie und Ihre Begleiter? >> Mein Begleiter Doktor Sun wurde hinterher verhört. Sie fragten ihn: Wohin hast du Liao Yiwu geführt? Was habt ihr mit den Leu- ten gesprochen? Er wurde eine ganze Woche lang in Untersuchungshaft festgehalten, bevor er wieder frei kam. << Sie betonen auch, welche Rolle die ausländischen Missionare spielten, die nach China kamen. Warum? >> Vor Jahrhunderten sind die west- lichen Menschen mit leeren Händen nach China gekommen, aber mit vollem Herzen, göttlicher Liebe und missionarischem Bewusstsein. Heute kommen auch viele Menschen aus dem Westen nach China. Was tun sie? Sie haben uns Kapital gebracht, Als Dissident und regimekritischer Schriftsteller verbrachte Liao Yiwu vier Jahre im Gefängnis. Als Chronist seines Lebensgeschichten einfacher Menschen am Rande der chinesischen Gesellschaft. Sein neues Buch handelt von einer LIAO YIWU (56): „ICH WILL DER WELT DIE WAHRHEIT ÜBER UNSERE REGIERUNG VERKÜNDEN“

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