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missio_ebooks_01_2015

missio magazin 1/201512 facetten international Staat(IS)aufderanderen.DasErstar- ken militanter Islamisten hatten die Amtsträger der syrischen Kirche seit Beginn des Aufstandes gegen Dikta- tor Assad als Schreckensszenario vor Augen. Gerade wegen dieser Nähe zum Unrechtsregime distanzierten sich viele syrische Christen, die sich an die Seite derer stellten, die der Diktatur ein Ende machen wollten, von den Amtsträgern ihrer Kirche. Der Winter steht bevor Diese wiederum agierten vorsichtig, vielfach in der Annahme, dass ziviler Widerstand von ausländisch finan- zierten Kräften überrannt würde, die mit dem Anliegen, ein freies Syrien zu schaffen, sehr wenig zu tun hät- ten. Und damit für die Christen im LandeineSituationgeschaffenwürde, die das Leben unmöglich machen würde. Eine wirkliche Wahl bestand nicht, wie die Entwicklungen zeig- ten: Das syrische Drama ist längst zur Tragödie geworden und eine po- litische Lösung ist nicht in Sicht. missio steht in dieser Situation den Partnern vor Ort zur Seite (wir be- richteten im missio magazin 6/14), wo immer die Strukturen noch funk- tionieren. Der Irak hat bis vor ein paar Mo- naten noch selbst syrische Flücht- linge aufgenommen. Fast zwei Mil- lionen Christen, Jesiden, Schiiten, aber auch gemäßigte Sunniten sind dort inzwischen auf der Flucht vor dem Terror der Miliz Islamischer Staat. Die Menschen, die ihr Zuhau- se verlassen haben, als die Islamisten Anfang des Jahres ihren blutigen Feldzug von Falludscha über Mossul Richtung Nordwesten begannen, leben nun im Norden des Landes. Verstreut über die kurdischen Gebie- te rund um Dohuk, Zakho und Erbil. (Siehe Vordergrund S. 36/37 „Die Menschen sind am Ende“, Bericht von Rupert Neudeck). Wer Glück hat, ist bei Verwand- ten untergekommen, doch für die meisten sieht die Situation schlechter aus: Sie schlafen in einfachen Zelten, fensterlosen Rohbauten, Kirchen oder in öffentlichen Parks. Angesichts der dramatischen Lage für die Flüchtlinge im Winter hat missio eine erste Soforthilfe von 30 000 Euro zur Verfügung gestellt – für Decken, Kleidung, Nahrungs- mittel, Trinkwasser und Unter- künfte. Seite an Seite mit der Caritas unterstützt das Münchner Hilfs- werk die Arbeit von Sozialarbeitern und Freiwilligen vor Ort, die sich um die hoch traumatisierten Men- schen kümmern. Die kirchlichen Einrichtungen im Nordirak rech- nen damit, die Flüchtlinge über einen langen Zeitraum unterstützen zu müssen. << S.Seyferth Die zerbombte Stadt Homs Anfang des Jahres 2014. >> Für die Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak bricht mit dem Winter ein neuer Kampf ums Überleben an. Ohne eigenes Hab und Gut, in nicht ausreichend aus- gestatten Flüchtlingslagern, be- deutet die Kälte für viele den Tod. Für Syrien ist es der vierte Kriegswinter. Von dort sind Be- richte von verhungerten und erfro- renen Menschen bekannt. Der Erz- bischof der Maroniten in Damaskus, Samir Nassar, schilderte bei einem Besuch bei missio kürzlich die enor- me Erschöpfung seiner Landsleute. „Sie sterben in aller Stille, isoliert von der Welt. Gibt es eine Perspek- tive, ein Wort der Hoffnung, das ich von hier aus mitnehmen kann?“, fragte er den missio-Präsidenten Msgr. Wolfgang Huber. Die Verzweiflung ist greifbar an- gesichts des Diktators auf der einen Seite und der Terrormiliz Islamischer ERSCHÖPFUNG UND VERZWEIFLUNG Stimmen aus Syrien /Soforthilfe für Flüchtlinge aus Mossul 30000 Euro zur Verfügung gestellt

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