Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

missio_ebooks_01_2015

missio magazin 1/2015 13 >> Ebola fordert in Westafrika täg- lich neue Opfer. In den vergangenen Monaten sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 13 000 Menschen an Ebola erkrankt, fast 5000 daran gestorben. Immer wieder wenden sich Betrof- fene an missio, wie zuletzt Schwester Elisabeth Koivogui aus Guinea. Sie betreut in Macenta im Süden des Landes eine kleine Krankenstation, in der ihr Team sich vor allem um Menschen mit Behinderungen kümmert. Die Ordensfrau hat selbst eini- ge Familienmitglieder, darunter auch den Vater, an Ebola verloren. In ihrer täglichen Arbeit waren sie und ihre Mitarbeiter in engem Kontakt mit Infizierten, für die sie sorgten. Daher stellte sie das Rote Kreuz im Oktober gemeinsam mit neun benachbarten Familien für drei Wochen unter Quarantäne. Ordensfrau unter Quarantäne Das bedeutete, dass die insgesamt 105 Frauen, Männer und Kinder völlig von der Außenwelt abge- schnitten waren, sich nicht selbst versorgen konnten und auf fremde Hilfe angewiesen waren. missio stand den Betroffenen mit einer So- forthilfe von 10 000 Euro zur Seite. Allerdings endete die Leidenszeit mitdemEndederQuarantänenicht. Obwohl sie die Isolation gesund überstanden haben, werden sie nach wie vor von der Gesellschaft gemie- den. Aus Angst, sich doch bei ihnen anzustecken, wollen viele nichts mit ihnen zu tun haben oder wollen sie nicht an ihren alten Arbeitsplatz zu- rückkehren lassen. „Die Menschen sind traumati- siert – wie nach einem Erdbeben oder einem Krieg“, sagt der Würz- burger Tropenmediziner Klemens Ochel. Der 55-Jährige reiste im Oktober für eine Woche in Liberias Hauptstadt Monrovia, um dort katholische Gesundheitszentren zu besuchen. „Unter der Bevölkerung herrscht eine permanente Angst und ein großes Misstrauen allen Mitmenschen gegenüber“, sagt Ochel. Von den wenigen Krankenhäu- sern und Gesundheitsstationen im Land sind etliche verwaist: Im katho- lischen St. Joseph Krankenhaus in Monrovia starben der Direktor, der Klinikkaplan und eine Kranken- schwester an der Epidemie. Überfor- dert von den Ereignissen entschlos- sen sich die Barmherzigen Brüder, die Einrichtung zu schließen. Einen Grund für die rasante Ausbreitung von Ebola in Liberia und auch in Sierra Leone und Gui- nea sieht Ochel in der schlechten Gesundheitsversorgung. „Die Ge- sundheitsdienste in den betroffenen Ländern waren zu schwach und schlecht aufgestellt, um eine solch gefährliche Epidemie rechtzeitig zu erkennen und diese einzudäm- men“, betont der Tropenmediziner und fügt hinzu: „Sie sind es immer noch! Ein Drittel der Menschen in Liberia hat keinerlei Zugang zu Gesundheitsstationen!“ Dringend rät der Würzburger Mediziner, sich im Kampf gegen Ebola mehr und vor allem langfris- tig zu engagieren. Zum einen müsse gegen die schlechte Gesund- heitsversorgung in den betroffenen Ländern etwas unternommen wer- den. Zum anderen sei es wichtig, auch die Trauma- und Friedensar- beit in den Blick zu nehmen. In der guineischen Hauptstadt hat missio derweil ganz konkrete Hilfsmaßnahmen mit einem Betrag von 20 000 Euro unterstützt: An öffentlichen Gebäuden, wie Schu- len, Kirchen, Krankenstationen und an vielen weiteren Orten, hat die Erzdiözese Conakry Desinfek- tionsspender aufgestellt, damit sich das Virus nicht noch weiter aus- breitet. Gleichzeitig klä- ren Mitarbeiter der Kir- che die Menschen über die Übertragungswege von Ebola und die Mög- lichkeiten sich zu schüt- zen, auf. In Guinea allein sind seit Ausbruch der Krankheit etwa 1000 Menschen gestorben. << A.Pöhner EBOLA SCHÜRT ANGST UND MISSTRAUEN Würzburger Tropenarzt Klemens Ochel: „Die Menschen sind traumatisiert“. Fotos:Reuters,privat Sr. Elisabeth hilft einer Patientin in Guinea. Unten: Desinfektions- station in Conakry missio magazin 1/201513 mehr als 13000 Menschen an Ebola forthilfe von 10000 Euro zur Seite. von 20000 Euro unterstützt: An

Seitenübersicht