Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

missio_ebooks_01_2015

> glosse >> Knapp vierzig Jahre lang hat sich kaum einer in der westlichen Welt für Ebola interessiert. Am al- lerwenigsten die Pharmaindustrie. Und warum? Weil sich damit kein Geld verdienen ließ. Da von frühe- ren Ausbrüchen der Seuche aus- schließlich Entwicklungsländer be- troffen waren, lohnte sich die teure Forschung an einem Medikament nicht. Zudem trat Ebola, erstmals 1976 in einem belgischen Missions- krankenhaus im Kongo, bis vor Kurzem nur sporadisch auf. Doch der neue Ebola-Ausbruch in die- sem Frühjahr sorgte für weltweite Schlagzeilen und mediale Hysterie. Dabei ging es gar nicht so sehr um die zahlreichen Opfer in Westafrika. In Madrid zum Beispiel infizierte sich eine Krankenschwester. Ihr un- mittelbares Umfeld wurde unter Quarantäne gestellt. Und da zu ih- rem engeren Bekanntenkreis auch ein Hund gehörte, wurde dieser als Vorsichtmaßnahme und mit den martialischen Worten des Präsiden- ten der Madrider Veterinärvereini- gung – „Es ist logisch, das Tier zu eliminieren.“ – Eingeschläfert. Der Hund war das erste indirekte Ebola- Tier-Opfer. Die geheilte Kranken- schwester hat jetzt die spanische Regierung auf 150 000 Euro Scha- denersatz verklagt. Apropos Schadenersatz: In der li- berianischen Hauptstadt Monrovia ging das Pflegepersonal Mitte Okto- ber in einen Streik, um die Zahlung von Risikoprämien sowie unbe- fristete Anstellungen durchzuset- …Ebola populär wurde. missio magazin 1/201532 mit spitzer feder erik lehmann BIN ICH FROH, DASS ICH NICHT DABEI WAR, ALS ... aufweist. In diesem Patent bean- sprucht die US-Regierung die „Ei- gentümerschaft“ über alle Ebola-Vi- ren, die eine Übereinstimmung von mindestens 70 Prozent mit dem Ebola-Stamm aufweisen, den sie „er- funden“ hat. Obwohl „erfunden“ et- was anmaßend erscheint, wenn man bedenkt, dass „EboBun“ lediglich aus Patienten isoliert wurde, die bei einem Ebola-Ausbruch in Uganda erkrankt waren. Natürlich kann und wird, bei al- ler Profitsucht, am Ende ein helfen- der Impfstoff entstehen. Die Welt- gesundheitsorganisation (WHO) plant für Dezember erste großange- legte Tests direkt in den Epidemie- Gebieten. Verlaufen diese positiv, sollen im ersten Halbjahr 2015 mehrere Hunderttausend Impfdo- sen zur Verfügung stehen. Bis Jah- resende 2015 sollen es mehrere Mil- lionen sein. Die Hilfs-Gelder dafür sind ja schon bestellt. Und während dieses Jahr an Weihnachten einige Wenige auf dieser Welt ihren Lieben große Ge- schenkpakete unter den Christ- baum legen, wie schon in guten al- ten Schweinegrippe-Zeiten, bleibt zu hoffen, dass in Westafrika bis dahin der ein oder andere am Le- ben bleibt und sein Weihnachts- paket mit einem helfenden Wirk- stoff entgegennehmen kann. Zu wünschen wär’s. Gesegnete Weihnacht! << zen. Viele Angestellte in der Pflege erhalten dort nicht die eigentlich zu- gesagten Lohnzahlungen von umge- rechnet 270 bis 600 Euro im Monat. In den USA sitzt das Geld etwas lockerer. Der Präsident beantragte Anfang November im Kongress 6,2 Milliarden Dollar. Zusätzliche Gel- der, die die Erforschung und Ent- wicklung von Impfstoffen und Arz- neien gegen Ebola beschleunigen sollen, schrieb das Deutsche Ärzte- blatt. Auch die EU stockte ihre fi- nanziellen Hilfen auf und hat in- zwischen mehr als eine Milliarde Euro im Kampf gegen Ebola bereit- gestellt. Und somit wird die Seuche für die Pharmaindustrie nun zuneh- mend lukrativ. Börse online berich- tete, dass das Pharmaunternehmen Tekmira, welches einen Großauf- trag des US-Verteidigungsministe- riums für ein Ebola-Medikament erhielt, seine Kurs-Titel seit Jahres- beginn fast verdoppeln konnte. Tekmira ist an der Börse mittler- weile gut 430 Millionen Euro wert, wie die Berliner Morgenpost zu be- richten weiß. Das zeigt, eine Pande- mie kann manche Menschen sehr glücklich machen. Der Deal zwi- schen Tekmira und dem US-Vertei- digungsministerium, so verrät es die Homepage des Pharmaunter- nehmens, ist 140 Millionen Dollar wert und stammt aus dem Jahr 2010. Dem gleichen Jahr, in dem die US-Gesundheitsbehörde ein Patent auf den Ebola-Stamm „Ebo- Bun“ (Patent-Nr. CA2741523A1) er- hielt, wie die Patentliste auf google Foto:HansLudwigBöhme Erik Lehmann, geboren 1984, ist Kabarettist, Autor und Kurzfilmregis- seur. Schon im Alter von zwanzig Jahren hatte er mit seinem politisch-satiri- schen Kabarett die Kriti- ker auf seiner Seite. Seit 2008 gehört der gebür- tige Leipziger zum festem Ensemble des Dresdner Kabaretttheaters „Herku- leskeule“. Lehmann wur- de für seine Bühnenpro- gramme schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ost- deutschen Kleinkunst- preis. Mit einer eigenen Radiokolumne ist er au- ßerdem regelmäßig auf MDR 1 Radio Sachsen zu hören. Weitere Infos und aktuelle Termine unter www.knabarett.de Regierung auf 150000 Euro Scha-

Seitenübersicht