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missio_ebooks_01_2015

>> Man sieht den Menschen in dem Lager Dallal/Zakho an, dass sie total am Ende sind. Man sieht ihnen an der Haltung an, dass ihnen ihre Le- bensgrundlage genommen wurde. Sie lebten in einer traditionellen Gesellschaft, in der die Rollen klar verteilt waren. Die Männer hatten für den Schutz und das Überleben zu sorgen. Jetzt müssen sie hier in Zakho in einem Zelt mit allen ande- ren zusammen leben, müssen in not- dürftig gebaute Toiletten gehen. Dohuk als Provinz hat 1,5 Mil- lionen Einwohner, aber muss jetzt 700 000 Flüchtlinge aus den be- nachbarten Regionen aufnehmen. Zusätzlich kommen jetzt auch noch aus Kobane Flüchtlinge. In den An- fangstagen des Oktobers sind das 6 000 Menschen, die kurzfristig den Weg über die Türkei genommen ha- ben. Weil sie zur Türkei nicht das Vertrauen haben, um sich dort ver- sorgen zu lassen. Sie gehen lieber zu ihren Brüdern und Schwestern, Kur- den in dem nordirakischen Kurdis- tan. Insgesamt nimmt der Ministaat bei einer Bevölkerung von 4,5 Mil- lionen Menschen 1,5 Millionen Neu- ankömmlinge auf. Für Deutschland würde das bedeuten, wir nähmen 28 Millionen Menschen in unser Land auf – und das auf einen Schlag. Die Kinder haben es einerseits leichter und andererseits schwerer. Spielend können sie wieder ganz unbeschwert herumtollen, anderen sieht man an, dass sie mit der un- mittelbaren Erinnerung der Ver- treibung aus den Bergen, Tälern und Dörfern um Sinjar noch nicht fertig sind. Aus der behüteten und absolut sicheren Umgebung des Fa- „Wann, bitte wann, werden wir in unsere Heimat zurückkehren können?“ Die Verzweiflung wächst in den Flüchtlingslagern des Nordiraks. Von Rupert Neudeck missio magazin 1/201536 DIE MENSCHEN SIND AM ENDE 700000 Flüchtlinge aus den be- 6000 Menschen, die kurzfristig den

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