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missio_ebooks_01_2015

missio magazin 1/201542 behörde bezahlt werden, ist bei den Ortsansässigen umstritten: „Drei Tage lang hat ein wildgewordener Elefant in unserem Feld gewütet. Am dritten Tag, als alles kaputt war, hat ihn der ZAWA-Mann endlich erschossen“, sagt die Bäuerin Ekrin Mpona, 43. Sie steht inmitten ihres Feldes, in dem sie wie die Familie Chimwanja derzeit nächtens Wache schiebt und zeigt auf die Überreste ihrer Ernte – und mittendrin auf einige riesige Knochen: die eines Elefanten. „Die Leute haben den Elefanten gebraten und vier Tage lang ein Fest gefeiert“, sagt Fr. Paul Sakala. „Ja, das ist schrecklich. Aber man muss diese Menschen verstehen: Sie sind seit jeher hier und müssen von ihrer Ernte leben.“ Fr. Paul, 55, ist vor vier Jahren aus Lusaka hierher versetzt worden, mitten hinein in diese Ge- gend, in der Mensch und Wildtier koexistieren sollen. Seine Unter- kunft am Sambesi mietet er bei sei- ner Nachbarin, der Chefin des Chia- wa-Clans, Christine Mambo. Eine Traube von Besuchern steht wartend vor dem Domizil der Stam- meschefin. Die 64-jährige thront ein paar Meter vor ihrer Haustür auf einem weißen Plastikstuhl, links und rechts neben ihr ihre Berater. Die Wartenden sind wohlgenährte Weiße in Khakihosen und halboffe- nen Hemden. „Investoren aus Zim- babwe oder Südafrika“, mutmaßt Fr. Paul, dem der Andrang bei seiner einflussreichen Nachbarin vertraut ist. „Das Land hier gehört den Clans. Ohne die Unterschrift der Chefin wird nichts verkauft.“ Bevor die Investoren in spe vor- sprechen dürfen, müssen sie die tra- ditionelle Respektsbezeugung absol- vieren. Einer der Berater führt dabei die korrekten Bewegungen vor, der Besucher ahmt die Verrenkungen nach. Christine Mambo sitzt schwei- gend in der Mitte und betrachtet die Vorführung ohne mit der Wimper zu zucken. „Das hier ist eine Welt für sich“, erklärt Fr. Paul. „Wer sich den uralten Regeln nicht beugt, geht mit leeren Händen.“ Das wol- len die Ausländer ganz offensichtlich nicht, denn einer nach dem anderen tritt vor und absolviert die geforder- ten Übungen. Wird sich der Besuch für sie lohnen? Die Chefin sagt: „Alle wollen Lodges bauen, und im- mer längs des Sambesi. Davon haben wir wirklich genug. Im Landes- inneren fehlt uns Infrastruktur und Flurschaden und noble Lodges: In den game management areas (GMA), den Gebieten mit Wildtierbewirtschaf- tung, dürfen die Anwoh- ner für den Eigenbedarf und Touristen teils Trophäen jagen. Dem illegalen Wildern fallen immer noch zu viele Tiere zum Opfer. vor ort sambia

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