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missio_ebooks_01_2016

12 NACHGEFRAGT BEI ... | missio 1/2016 Man trifft ihn noch immer am besten dort, wo er die meiste Zeit seines politischen Lebens verbracht hat: im Bayerischen Landtag. Was Alois Glück zur Zeit umtreibt, ist ein würdevoller Umgang mit den Flüchtlingen, sowie der Kampf gegen die Ursachen von Flucht und Vertreibung. INTERVIEW: CHRISTIAN SELBHERR Alois Glück (75) „Ängste dürfen nicht unser Handeln bestimmen.“ Herr Glück, wie haben Sie die Flüchtlingskrise der vergangenen Monate erlebt? „Mit der großen Flüchtlingsbewegung ist eine historische Zäsur im Globalisierungs- prozess verbunden. Wir werden eine im- mer enger verflochtene weltweite Schick- salsgemeinschaft. Es ist eine Illusion zu glauben, wenn wir uns in irgendeiner Weise abschotten, könnten wir nach dem Motto verfahren: Wir verdienen auf den Weltmärkten unseren Wohlstand, wirwäh- len international unsere Urlaubsziele, aber ansonsten wollen wir mit den Problemen in der Welt nichts zu tun haben.“ Welche Rolle soll die Kirche dabei spielen? „Der wichtigste Maßstab, den die Kirche hier setzen muss, ist, dass jeder, der kommt, unabhängig von Motiven und Bleibemög- lichkeiten, einen Anspruch darauf hat, dass er im Sinne von Artikel 1 des Grundge- setzes - „Die Würde des Menschen ist un- antastbar“ - mit Respekt behandelt wird. Auch derjenige, dem wir gegebenenfalls das ganz Schmerzliche sagen müssen, dass er hier nicht bleiben kann.“ Neben großer Hilfsbereitschaft gibt es auch viele Ängste. Berechtigt? „Das ist verständlich, aber Ängste dürfen nicht unser Handeln bestimmen. Wenn wir „unsere Werte“ vertreten und leben, brau- chen wir zum Beispiel auch keine Angst haben, dass dann die Muslime unser Land prägen.“ Sie haben oft betont: Unsere Werte sind vor allem die des Grundgesetzes, wie Men- schenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religionsfreiheit. Was noch? „Es kommt eine ganz erhebliche Zahl von Flüchtlingen, in deren Heimat das Staats- wesen zerrüttet ist. Das geht im Westbal- kan schon an, wo gerade die gut ausgebil- deten jungen Leute sagen: „Ich gehe weg Foto:ZDK

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