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missio_ebooks_01_2016

17missio 1/2016 | WAS WÜNSCHT SICH ein Elf- jähriger, der schwer krank ist? Der mit seiner Familie aus dem syrischen Homs geflohen ist, als es so stark bombardiert wurde, dass seine Mutter ihn und seine Geschwister ins Auto gezerrt hat und so lange gefahren ist, bis sie an den Solda- ten vorbei die Grenze in den nahen Li- banon passieren konnte? Was wünscht sich ein Junge, dessen wertvollster Besitz ein klappriges Fahrrad ist, auf dem er zwischen den Zelten seine Runde dreht, in denen seine Familie nun mit den an- deren Syrern wohnt? Eine Geburtstags- torte! Mit elf Kerzen darauf! Auch wenn das Ausblasen aufgrund des geringen Lungenvolumens Ahmad drei Anläufe kostet. Auch wenn er dabei die Kappe, die sein wichtigstes Utensil ist, da sie verbirgt, dass er keine Haare hat, ge- fährlich weit zurückrutschen muss. „Auch wenn“ ist eine Konstante im Leben des stillen, freundlichen Geburts- tagskindes, das so viel schmächtiger ist als seine Altersgenossen. Hinter den Bergen, die man von dem Zelt, in dem Ahmads Familie wohnt, gut sieht, liegt die alte Heimat Syrien. Manchmal, früh am Morgen, wenn es ganz still ist hier in der Bekaa-Ebene, hört man Schüsse. Libanesische Hisbol- lah-Milizen kämpfen dort. Die einen sa- gen: gegen Rebellen, die einen gnaden- losen Diktator stürzen wollen. Die ande- ren sagen: gegen vom Ausland schwer bewaffnete islamistische Gruppen, die Krieg und Terror bringen. Die Bekaa-Ebene ist die Kornkammer des Libanon. Auf den fruchtbaren Böden zwischen den beiden Bergzügen wach- sen Kartoffeln, Tabak, Mandeln. Die Ge- gend hier ist berüchtigt für ihren Export- schlager: den Roten Libanesen, Ha- schisch, dessen Erzeugung und Verkauf verboten und zugleich im Land und auf dem Weltmarkt begehrt ist. Derzeit boomt der Anbau, da die libanesischen Sicherheitskräfte mit der Sicherung der Grenzen zu Syrien beschäftigt sind. Ahmads Familie und rund 10 000 wei- tere Menschen aus Syrien haben, seit der Aufstand von 2011 in einen Krieg mün- dete, ihre Zelte in den Dörfern von Deir el Ahmar aufgeschlagen. Ahmads Vater hatte vor dem Krieg saisonal als Landar- beiter geholfen. Wie viele andere Fami- AHMAD, 11, ist mit seinen Eltern aus Homs geflohen. Seinen elften Geburts- tag feiert er als Flücht- ling im Libanon. Rund 10 000 Flüchtlinge aus Syrien leben in Zelten, die über die Dörfer verstreut sind Ahmads Familie und rund 10000 wei- Rund 10000 Flüchtlinge aus Syrien leben in Zelten, die über die Dörfer verstreut sind

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