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missio_ebooks_01_2016

22 | missio 1/2016 DAS CHRISTKIND SORGT in diesem Jahr schon seit Monaten kräftig für Wirbel. Denn das Wetterphänomen „El Niño“, das alle zwei bis sieben Jahre wiederkehrt und zu Weihnachten seinen Höhepunkt erreicht, fällt in diesem Jahr besonders heftig aus. Als „stärksten El Niño seit Jahrzehn- ten“ kündigen verschiedene Medien das Wetterereignis bereits seit Wochen an. Die amerikanische Zeitung „Los Angeles Times“ warnt sogar vor einem „Godzilla El Niño“, der Kalifornien unglaubliche Regenfälle bringen wird. Die Auswirkungen dieses Wetterphä- nomens, bei dem sich die Strömungsver- hältnisse im Pazifik dramatisch verän- dern, spüren vor allem die Länder im Pa- zifikraum. Während es an den Westküsten Nord- und Südamerikas in Folge zu star- ken Regenfällen kommt, müssen sich die Menschen in Südostasien, Australien und Teilen Afrikas auf höhere Temperaturen und Trockenzeiten einstellen. Kommt El Niño mit voller Kraft, bedeutet das: leere Fischerboote, Starkregen und Erd- rutsche für die einen – Dürre, Missernten und Waldbrände für die anderen. Den letzten großen El Niño gab es zu Weihnachten 1997. Damals vernichteten schwere Brände tausende Hektar Wald in Indonesien. Dichter schwarzer Rauch verdunkelte den Himmel tagelang. In manchen Städten konnten die Bewohner wegen der schlechten Luftwerte ihre Häuser nicht mehr verlassen. Die gleiche Situation in diesem Jahr: Seit Wochen müssen sich hunderttau- sende Indonesier wegen Atemwegser- krankungen ärztlich behandeln lassen. Sogar die in den Regenwäldern lebenden Orang Utans werden mit Sauerstoff ver- sorgt. Dicke Rauchschwaden der nicht zu stoppenden Waldbrände verpesten die Luft bis nach Thailand. Eine Ursache dafür ist Brandrodung. Die Methode, die eigentlich verboten ist, wird in Indone- sien nach wie vor angewandt, um Felder für Palmölplantagen zu gewinnen. Zu unkontrollierten Bränden kommt es da- bei leicht. In diesem Jahr können sich die Feuer jedoch besonders gut ausbreiten, weil El Niño für noch größere Trocken- heit sorgt als sonst. 200 Sonden messen die Wassertem- peratur im Pazifik stetig, um Anzeichen eines El Niño frühzeitig zu erkennen. Ist das Meer vor der Westküste Südamerikas über einen Zeitraum von drei Monaten mindestens um 0,5 Grad wärmer als nor- mal, ist das ein alarmierendes Zeichen. Trotzdem fällt Experten ein eindeutiges Kommt El Niño mit voller Kraft, bedeutet das: leere Fischerboote, Starkregen und Erdrutsche für die einen – Dürre, Missernten und Waldbrände für die anderen. Im letzten Jahr hatten Klimaforscher seine Ankunft bereits vorhergesagt, doch das Wetterphänomen El Niño (span. für „das Christkind“) blieb aus. In diesem Jahr kommt es dafür umso heftiger und zeigt, wie kleinste Temperaturveränderungen zu großen Katastrophen werden. Wenn das Christkind nichts Gutes bringt Die Bewohner dieses Stelzendorfes an der Küste Manilas müssen ihre Häuser regelmäßig wegen Über- schwemmungen verlassen. Foto:FritzStark

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