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missio_ebooks_01_2016

sind die beiden Männer, die morgen hei- raten werden. „Unsere Frauen kommen auch bald,“ sagen sie. Noch sind sie un- terwegs, irgendwo in den Bergen, wo sie auf den Reisfeldern mitarbeiten, damit die Ernte pünktlich eingebracht werden kann. Es ist ein sehr einfaches Leben hier, ohne warmes Wasser, ohne elektrischen Strom, ohne Toiletten. Die Menschen ar- beiten hart, um zu überleben. „Ich habe nur ein sehr kleines Reisfeld,“ sagt Patri- tion Daniel. Dazu halten die Menschen ein paar Hühner, vielleicht noch zwei, drei Schweine. Wer sich Zebu-Rinder leisten kann, gehört schon zu den Bes- sergestellten. „Die Ehe ist in der Kultur hier eigent- lich kein besonderes Ereignis“, sagt Pfar- rer Rego. Es gibt zwei Begriffe dafür. Das französische Wort „mariage“ bedeutet die kirchliche Trauung. Aber viel ver- breiteter ist Hanambady – auf Madagas- sisch einfach das Wort dafür, wenn ein Mann und eine Frau zusammenleben. In- zwischen sind die beiden Frauen da. Ka- terine Larisa und Patrition Daniel sind seit fünf Jahren ein Paar. Sie haben zwei kleine Kinder. „Wir sind sogar schon seit 13 Jahren zusammen,“ sagen Jean de Dieu und Angely Suanirina. Sie heißen „Waldleute“. Aber „Hinterwäldler“ sind sie nicht. Die Menschen aus Tanambao gehören zum Volk derTanala. Das bedeutet „Wald- leute“. Aber „Hinterwäldler“ sind sie nicht. Denn die Moderne macht sich auch auf den Weg in diese Bergregion. „Wenn ich mit der Schule fertig bin, würde ich am liebsten in die Stadt gehen und dort einen guten Beruf lernen,“ sagt ein Junge namens Herman, 16 Jahre alt. Mit seinem Schulfreund Alexis hackt und schneidet er gerade einen Stapel Bauh- holz zurecht. Ihre Väter warten schon darauf. Herman hat ein Handy, als einer der wenigen im Dorf. Dabei gibt es gar keinen Empfang. Noch reicht das Netz nicht bis hierher, aber schon jetzt drän- geln sich alle um den Jungen, wenn er auf seinem Telefon die neuesten Musikvi- deos abspielt, die er darauf gespeichert hat. 35missio 1/2016 | Leben in den Bergen: In Tanambao gibt es bisher keinen elektrischen Strom. Oben: Im Zentrum des Dorfes befindet sich der Opferplatz, an dem die Ahnen geehrt werden.

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