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missio_ebooks_01_2016

38 FACETTEN INTERNATIONAL | missio 1/2016 ter Joseph Marie Chanaa dafür ein, die Not der Menschen in Damaskus zu lin- dern. Während eines Besuchs bei missio in München berichtete die Ordensfrau von ihren Projekten und ihrer Arbeit in Zeiten des Ausnahmezustandes. Die Lage ist noch immer sehr ernst. „Wir leben in Angst. Es fallen Bomben, es gibt Entführungen“, sagt die Schwester. „Aber wir haben uns entschieden: Wir bleiben hier.“ Rund um Schwester Joseph Marie hat sich in Damaskus ein Helferkreis aus etwa 25 Männern und Frauen gebildet. Es sind Lehrer, Priester, Mediziner, Ingenieure und Angestellte. In Dreiergruppen kümmern sie sich um bedürftige Familien, Kinder Senioren und Kranke. So werden knapp 500 Familien in Damaskus versorgt. Unter anderem hat Schwester Joseph Marie ein Projekt ins Leben gerufen, durch das Schulkinder in ihren Familien oder in der Schule kostenlos mit sehr teuer gewordener Milch versorgt wer- den. Gleichzeitig verhandelte die Or- densfrau mit Textilfabriken, um für die Familien günstig Winterjacken zu erwer- ben. Die Ärzte in ihrem Team ermögli- chen den Männern, Frauen und Kindern eine medizinische Grundversorgung. Die Schwester ist auch außerhalb von Damaskus gut vernetzt: Sie steht in engem Kontakt mit dem Bischof von Homs, mit einem Priester in Aleppo sowie mit vier Dörfern im Norden des Landes. Über dieses Netzwerkverteilt sie Hilfs- güter wie Nahrungsmittel, Matratzen und Betten auch außerhalb der Hauptstadt. Unterstützt wird sie materiell wie finan- ziell durch den syrischen Priester Pater Hanna Ghoneim. Er lebt in Wien und or- ganisiert von Österreich und Deutschland aus Hilfslieferungen in seine Heimat. „Die Wunde liegt in Syrien“, sagt P. Ghoneim. Dort müsse man auch ansetzen, um die europäische Flüchtlingskrise zu bewälti- gen. A ANTJE PÖHNER / CHRISTIAN SELBHERR VIELE TAUSEND MENSCHEN aus Syrien haben sich in den vergange- nen Monaten auf den Weg nach Europa gemacht. Sie fliehen vor dem Krieg in ihrer Heimat. Um die Flucht zu finanzie- ren, mussten sie große Opfer bringen. Sie haben ihre Häuser, ihre Grundstücke, ihre Autos verkauft. Aber was ist mit den- jenigen, die kaum etwas besitzen und sich den teuren Weg nach Europa gar nicht leisten können? „Diesen Menschen wollen wir helfen“, sagt Schwester Joseph Marie Chanaa. „Wir tun unser Möglichs- tes, damit die in Not geratenen Men- schen ihr Land nicht verlassen müssen.“ Gemeinsam mit ihren Mitschwestern und ehrenamtlichen Helfern setzt sich Schwes- Milch für Kinder, Jacken für den Winter Damaskus: Hilfe in Zeiten des Ausnahmezustandes Hoffen und Bangen: Eine assyrische Christin in einer Kirche in Damaskus. „Wir bleiben hier!“ Schwester Joseph Marie Chanaa steht den Menschen in Damaskus bei. „Wir tun unser Möglichstes, damit die in Not geratenen Menschen ihr Land nicht verlassen müssen.“ Fotos:JörgBöthling,Reuters(2),missio

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