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missio_ebooks_02_2014

> glosse Er ist ein echter Dialekt- Wolpertinger: Florian Kopp, der Sohn einer Niederbayerin und eines Münchners, wuchs im Bayerischen Wald auf und studierte Jazz- und Popu- larmusik für Gitarre im österreichischen Linz. Erste Bühnenerfahrungen machte der heute 38-Jährige folg- lich auch als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Bands bevor er sich nach dem Studium verstärkt dem Kabarett widmete. Bereits sein erstes Solo-Programm brachte ihm mehrere Preise ein. Es folgten Fernsehauf- tritte, u.a. bei „Ottis Schlachthof“ und „Kanal Fatal“, Schauspielengage- ments und weitere Kaba- rettstücke. In seinen Auftrit- ten immer präsent: Die Lie- be zur Musik und zu Bay- ern in seiner ganzen Viel- falt. Zurzeit tourt Kopp mit seinen aktuellen Program- men „Oberbayer trifft Nie- derbayer“ (gemeinsam mit Sepp Müller) und „Auf den letzten Drücker“ durch Bayern. Weitere In- fos und Termine unter: www.koppflos-kabarett.de >> Bei meinem persönlichen Jahres- rückblick ist dieses Jahr auf alle Fälle das Hochwasser in Bayern ein Thema. Mein Wohnort liegt zwar 100 Hö- henmeter über Deggendorf und trotz- dem hat mich das Hochwasser er- wischt. Ich bin wohl das höchstgele- gene Hochwasseropfer im Landkreis. Mein Auto war in einer Werkstätte in Deggendorf und zwar ganze sechs Wochen ... und dann kam die Flut! Wenn man seinen Wagen sechs Wo- chen zur Reparatur hat, dann kann es natürlich schon passieren, dass dich eine Jahrhundertflut überrascht. Angesichts der unglaublichen Schäden, die das Hochwasser ange- richtet hat, ist mein Verlust sehr ge- ring und letztendlich ein Versiche- rungsfall. Denkt man jedoch an eine Naturkatastrophe wie den Taifun auf den Philippinen, kommt einem selbst das Hochwasser in Niederbayern fast harmlos vor. Auch wenn die Betroffe- nen in Deggendorf und Passau große Entbehrungen auf sich nehmen müs- sen und noch lange nicht alles wieder beim Alten ist, war bei uns THW, Feuerwehr und Bundeswehr noch vor der Katastrophe vor Ort. Das ist nicht in allen Teilen der Welt selbstver- ... uns das Wasser bis zum Halse stand. missio magazin 2/201434 humor florian kopp BIN ICH FROH, DASS ICH NICHT DABEI WAR, ALS ... man natürlich schon ein TV-Gerät, aber für das dort gebotene Niveau müßte doch eine Höhe von 10 Zoll reichen und im Notfall muss man ihn halt hochkant stellen. Wenn man der Hochwasserkatas- trophe etwas Positives abgewinnen will, dann ist es die unglaubliche Hilfsbereitschaft bei den Aufräum- arbeiten. Alle haben mit angepackt: Jung und Alt, Feuerwehr, Bundes- wehr, sogar Studenten. Endlich hat- ten BWL-Studenten das Gefühl, et- was Sinnvolles zu tun. Oder auch Feuerwehrleute, die seit über 30 Jah- ren bei keinem Einsatz mehr waren, außer vielleicht beim Durstlöschen am Stammtisch. Männer und Frauen, die ausschauen, als könnte man sie höchstens als Sandsack brauchen ... Alle packten mit an! Das Hochwasser hat also wieder gezeigt, was im Leben wichtig ist: die Menschen, der Zusammenhalt und das Leben an sich. Ich hoffe nur, wir vergessen das nicht bald wieder. Des- halb mein Vorsatz für’s neue Jahr: Wenn mir wieder mal alles zu viel wird und mir das Wasser bis zum Hals steht, dann denke ich daran, dass ich ja immer noch meine Espres- somaschine habe. Wenn Sie sich jetzt noch fragen, wie es dem Jaguarhändler geht: Keine Sorge, der baut schon wieder eine schöne neue Ausstellungshalle. Wann bekommt man schon einmal 80% ei- ner Investition, die eigentlich noch nicht nötig war, vom Staat finanziert? ständlich. Auch der finanzielle Scha- den wird für alle Opfer durch Ver- sicherungen, Spendengelder und öf- fentliche Hand größtenteils abge- deckt sein. Sie erinnern sich vielleicht an die untergegangenen Jaguars in diesem Autohaus in Fischerdorf? Ich finde es nicht tragisch, wenn so ein Jaguar untergeht. Finde ich wirklich nicht schlimm. Familien, die ihr Hab und Gut verloren haben, das ist tragisch. Aber 100 Jaguars, die absaufen, das ist doch nicht schlimm! Überhaupt nicht! Brauchen Sie einen Jaguar? Also, ich nicht! – Gut, wenn bei mir einer in der Garage stünde ... Das Auto ist für uns Deutsche scheinbar immer noch das Aller- wichtigste. Angesichts unserer Liebe zum PKW hätte mich folgende Schlagzeile in der lokalen Presse nicht gewundert: „Wasserwacht muss zwei Kinder aus überschwemmtem Haus retten – die Eltern entschieden sich für die Rettung ihres Drittautos!“ Ich habe im Sommer oft darüber nachgedacht, was ich denn vor einem Hochwasser unbedingt in Sicherheit bringen wollte und es waren nicht allzuviele Dinge: Meine Frau, meine Kinder,meineEspressomaschine.Aber brauchen wir den kleiderschrankgro- ßen Kühlschrank mit integrierter Hausbar und Wasser- und Eisspender für Würfel- und Crushed-Ice oder den ultraflachen 75-Zoll-Fernseher in 3D? Nein, den brauchen wir genauso we- nig wie diesen Jaguar ... Gut, um in den zweifelhaften Genuß von Musi- kantenstadl, Bauer sucht Frau und Promi-Dinner zu kommen, braucht

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