Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

missio_ebooks_02_2014

missio magazin 2/201442 Hilfe gesucht und gefunden haben. Jede dieser Frauen hat ein ähnliches Schicksal. Sie alle sind Opfer von Misshandlungen und Gewalt ge- worden. Von der eigenen Familie verstoßen und verachtet. Klassische Aufgaben sind Kindererziehung und Haushalt Doch dabei sollte die Familie Schutz bieten und Zufluchtsort sein. Im tra- ditionellen Familienleben hat jedes Mitglied klare Aufgaben zu erfüllen. Und über all das wacht der Mann als Familienoberhaupt. Heiratet eine Frau, dann zieht sie zur Familie des Mannes und kann sich deren Schutz sicher sein. Ihre klassischen Aufga- ben sind Kindererziehung und Haushaltsführung. So gut gemeint diese starren Strukturen einerseits sind, so begünstigen sie jedoch auch solche Verbrechen, denen Terenzin- ha Gusmão und die anderen Frauen aus dem Zentrum der Hoffnung zum Opfer gefallen sind. Zusätzlich führte die über 30 Jahre andauernde indonesische Vor- herrschaft bis heute dazu, dass die ursprünglich friedliche Familientra- dition falsch verstanden wird. Zur Zeit der Indonesier sind ganze Ge- nerationen mit Demütigungen und Gewalt aufgewachsen. Jede Familie, jeder Clan, war unmittelbar von Re- pressalien, Folter und Tod betroffen. Dieses Leben führte im Bewusstsein der Menschen von Osttimor dazu, dass Schläge als Erziehungsmaß- nahme und Lösung von Konflikten selbstverständlich sind. Oft werden sie auch gar nicht mehr als solche erkannt. Neben den unbearbeiteten Trau- mata aus der indonesischen Besatz- erzeit sind die Menschen heute 12 Jahre nach der Unabhängigkeit ent- täuscht und gefrustet. Das Land ver- sinkt im Sumpf aus Armut, Ar- beitslosigkeit und Perspektivlosig- keit – ein optimaler Nährboden für Aggression und Gewalt. Ein Mann >> Terenzinha Gusmão sitzt ge- beugt auf einem wackeligen Holz- stuhl. Sie soll ihre Geschichte erzäh- len. Eine Geschichte von Streit, Demütigung und Schlägen. Sie starrt versunken in ihre offenen Handflächen als könne sie dort die Vergangenheit sehen. Zu ihren Füßen gluckst ihr eineinhalb jähri- ger Sohn Jifferson vor sich hin. Sie bückt sich und hebt den Kleinen auf. Sie umklammert ihren Sohn, als wollte sie sich an ihm festhalten. Der 13. September sei es gewesen, sagt sie. Als Lügnerin habe man sie beschimpft. Sie hätte Schande über die Familie ihres Mannes gebracht. Fortgejagt wie einen Hund, habe man sie. Terenzinha Gusmão richtet sich auf. Ihr Blick ist fest: „Doch ich habe nicht gelogen“, sagt sie. Terenzinha Gusmão ist eine von insgesamt neun Frauen, die bei Sr. Mafalda dos Santos und ihren drei Mitschwestern im „Zentrum der Hoffnung“ in Salele, Osttimor, vor ort osttimor Regelmäßig besucht Sr. Mafalda dos Santos (35) die in traditionel- len Häusern lebenden Menschen von Salele und den umliegenden Dörfern. „Unser obers- tes Ziel ist es, die Frau- en wieder in ihre Fami- lien zu integrieren.“

Seitenübersicht