Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

missio_ebooks_02_2014

setz ermöglicht, dass Frauen Anzei- ge erstatten können. Die Polizei ist verpflichtet, der Sache nachzugehen. Gleichzeitig stehen auch Nachbarn und Freunde in der Verantwortung, Gewalt in einer Familie zu melden, wenn sie etwas beobachten und von einem Fall wissen. Soweit die Theo- rie. Doch in der Praxis gehört viel Mut dazu, sich mit einer Anzeige gegen den Ehemann und gegen des- sen Familie zu stellen. Denn spielt sie nicht die brave Ehefrau, bringt sie Schande über die Familie des Mannes und über die eigene. Sie führe eine schlechte Ehe und erfülle ihre Pflichten nicht. Sie sei nicht gut genug erzogen, heißt es dann. Terenzinha Gusmão hatte Mut. Sie zeigte ihren Mann an. Die Folge: Sie wurde als Lügnerin beschimpft und aus dem Haus geworfen. „Zwei Polizisten brachten mich dann ins „Zentrum der Hoffnung“ nach Sale- le“, erzählt sie. Einmal den Schritt zur Polizei gewagt, gibt es für Te- renzinha Gusmão kein Zurück mehr. Und das wissen auch die Or- densschwestern und versuchen, die Entscheidungen ihrer Schützlinge zu bestärken. Als Rechtsanwältin vertritt Sr. Eufrasia da Costa Teren- zinha Gusmão und die anderen Frauen. Sie stellt die Sachverhalte vor dem Richter in der Distrikt- hauptstadt Suai vor. „Die Scheidung der beiden ist schon durch. Jetzt geht es auch darum, Terenzinhas Mann zu Unterhaltszahlungen zu verpflichten. Für die Misshandlun- gen wird er wahrscheinlich ins Ge- fängnis gehen“, erklärt sie. Mit einem Gesetz allein ist es nicht getan Doch für die vier Heilig Geist Schwestern von Salele geht es um mehr als nur um die Bestrafung der Täter. Sie suchen auch Wege aus den überholten Auffassungen und Fami- lientraditionen der osttimoresischen Gesellschaft. „Denn mit einem Ge- setz ist es nicht getan“, sagt Sr. Ma- falda. „Indem wir unsere Bewohne- rinnen in Haushaltsführung, Nähen, Sticken oder Kerzen gießen unter- richten, geben wir ihnen eine Fähig- keit mit nach Hause, mit denen sie die Achtung der Familie wieder erlangen. Sie können nicht ewig bei Im Gebet schöpfen die Frauen neuen Mut und neue Hoffnung. Doch um das Ansehen in der Familie wieder zu erlangen müssen sie auch handwerklich geschult werden. Sie lernen weben und das Kerzen gießen. Ein Mann trägt einen Korb von Reissetzlingen zum Feld. In der Nähe fangen Kinder Fische und Flusskrebse. missio magazin 2/201444

Seitenübersicht