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missio_ebooks_03_2012

missio magazin 3/201250 ein tag in ... >> Alle 32 Kilometer sollte ein Bahnhäuschen her – als der Bauingenieur im Auftrag der englischen Krone im Jahr 1905 die Markierung für die Bahnstation in den Boden ramm- te, stand er mitten in dem Dorf des Lenje-Häuptlings Lusaakas. Das Dorf befand sich an der geplanten 600 Kilometer langen Schienenroute vom Süden in den Norden Sambias. Mit der Eisenbahn kamen die ersten katholischen Missionare in die Region, die 1909 die erste Schule gründeten. 1950 hatte Lusaka bereits über 26 000 Einwohner, 1990 wurde die Millionengrenze überschritten. Mittlerweile zählt die sambische Hauptstadt zu den am schnellsten wachsenden Städten Zentralafrikas. Und die Bahnstrecke von einst teilt Lusa- ka noch immer in einen östlichen und einen westlichen Teil. << C. Klein Einwohner: 1,7 Mio. (2010) Gründung: 1905 Währung: Kwacha (ZMK) (1 Euro = 6836 ZMK) 28. April 1993: Die Spieler der sambischen Fußballnationalmannschaft stürzen auf dem Flug zu einem WM-Qualifikationsspiel in Gabun ab. Niemand überlebt. 12. Februar 2012: Sambia gewinnt im Endspiel gegen die Elfenbeinküste in Gabun den Africa-Cup Sprachen: Englisch, Nyanja „Wie geht´s?” heißt: Muli Bwanji? IN ZAHLEN ... LUSAKA Fotos:JörgBöthling VON BRAUTLEUTEN UND BRANDZEICHEN Bemba, Nyanja, Lozi, Tonga, Lun- da, Kaonde und Luvale sind nur die wichtigsten der 72 ethnischen Grupp- en in Sambia – 13,5 Millionen Men- schen bilden ein buntes Miteinander unterschiedlicher Traditionen und Kulturen. Darauf ist sogar das Stan- desamt in Lusaka eingestellt: Um auch traditionellen Hochzeitsritualen gerecht zu werden engagieren die Angestellten auf Wunsch für um- gerechnet 7,30 Euro einen traditionel- len Heiler, der den Eheleuten und den Familien mit Rat und Tat Beistand leistet. Und wenn der Brautpreis in Gestalt eines Ochsens, einer Kuh oder einer Ziege den Besitzer wechselt, or- ganisieren die Verwaltungsangestellten das Brandmarken des Viehs. BAHNLINIE INS NIRGENDWO In Anzug und Krawatte, die Bibel aufge- schlagen, Gebete murmelnd, die Augen zum Himmel erhoben, drängelt sich Fat- her Francis zusammen mit Zeitungs-, Süßigkeiten- und Getränkeverkäufern durch den engen Mittelgang. Der Ar- beitsplatz des Evangelikalen ist nicht etwa der Beichtstuhl. Father Francis verbringt seinen Tag auf dem zentralen Busbahnhof in Lusaka, im Barotseland Express, im Shalom, im Red Bomber, im Kontwani oder im Europe African Express – den Linienbussen, die von dort aus mehrmals täglich Reisende ins ganze Land bringen. Vor der Abfahrt spendet Father Francis seinen Segen, denn die oft bevor- stehende mehrstündige Fahrt in Gluthitze und veralteten Bussen mit müden Busfahrern birgt nicht selten unangenehme Überraschungen. Father Francis erhebt seine Stimme: „Jesus ist der Anfang und das Ende...“ Einige Gäste schlagen ein Gebetbuch auf, andere umklammern ihren Rosenkranz. Der geistige Segen dauert nur etwa fünf Minuten. Father Francis sammelt noch ein paar Spenden ein und springt schon wieder durch die Bustür ins Freie, ins nachmittägliche Gewühl der Reisenden. Nebenan, abfahrbereit in Richtung Nordwesten, warten die Fahrgäste im Red Bomber auf seinen Beistand. Lusaka SAMBIA VOM BUSS- ZUM BUSPREDIGER 50-51_einTag in lusaka_03-12:50-51_einTag in lusaka_03-12 27.03.2012 10:14 Uhr Seite 50

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