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missio_ebooks_03_2013

missio magazin 3/201344 Armut in der Kupferstadt Die Mine von Mopani (o.) wird vom Schweizer Unternehmen Glencore betrieben. Mitarbeiter der katholischen Kirche wie Sr. Pascalina (u.) kümmern sich um ver- armte Familien von Bergarbeitern. Luanshya ein. Bis 2011 schufen die neuen Arbeitgeber Jobs für 1200 Menschen. Weitere sollen folgen. Die Baluba-Mine fördert bereits Kupfererz, eine zweite Mine, die Milyashi-Mine, ist noch in Planung. Hier soll neben Kupfer bald auch Kobalt abgebaut werden. Einer, der in den unterirdischen Gängen der Baluba-Mine arbeitet, ist Venas Runda. Der große Mann mit dem blauen Sporthemd wirft einen langen Schatten in der Abend- sonne. Gerade kommt er von seiner Zwölf-Stunden-Schicht nach Hause. Er hat die guten und die schlechten Zeiten im Minengeschäft erlebt. Seit 1987 fährt er die mit Kupfererz beladenen Züge unter Tage. Müde geht der 49-Jährige zwischen den Hütten der Bergbausiedlung die Straße hinunter. Die Chinesen zah- len ihm einen Lohn von umgerech- net 260 Euro pro Monat. „Davon muss ich meine Familie mit fünf Kindern versorgen. Das geht gerade so“, sagt er. Früher, als die staatliche Bergbaugesellschaft die Minen betrieb, verdiente er fast das Doppelte. Die Regierung küm- merte sich damals um Straßen, Strom- und Wasserversorgung. Sie unterhielt Krankenhäuser und Schulen. Für die Minenarbeiter wa- ren viele Dinge kostenlos – zum Beispiel Medikamente, Abendkurse und die Mitgliedschaft in Betriebs- sportvereinen. Heute haben die Stra- ßen in den Siedlungen tiefe Löcher. Strom und Wasser sind für viele Menschen zu teuer. Öffentliche Ein- richtungen, Schulen und Kranken- häuser sind in privater Hand. Doch Venas Runda beklagt sich nicht. „Hauptsache Arbeit“, sagt er, „und die Chinesen versprechen ja, noch mehr Menschen einzustellen.“ Doch als Arbeitgeber stehen die Asiaten in der Kritik. „Gera- de in den Minen sind die Arbeits- bedingungen oft schlecht, die Sicherheitsstandards werden nicht eingehalten“, sagt der Gewerk- schafter Charles Muchimba. Und überhaupt hätten sich die Bedin- gungen für Minenarbeiter dras- tisch verschlechtert. Etwa die 40-45_sambia-copper_13-03_!.qxd:40-45_sambia-copper_13-03 25.03.2013 14:49 Uhr Seite 44

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