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missio_ebooks_03_2014

missio magazin 3/2014 11 wird das andere erst möglich ge- macht. Meine Erfahrung gerade in Afrika ist: Dort, wo kirchliche Struk- turen vorhanden sind, da ist gute Ent- wicklungsarbeit möglich. Mein Vor- gänger,PrälatLachenmayr,hatmirfol- genden Spruch mit auf den Weg ge- geben:AndereWerkehabendasGeld. missio in München hat das Herz. << Sie sind auch in die Projektländer gereist. Was ist Ihnen dabei beson- ders in Erinnerung geblieben? >> In Indien hatte ich das große Glück, genau die Region zu besu- chen, die nachher ein Schwerpunkt unserer Projektarbeit wurde. Es war eine ärmere Region im Nordosten, und ich bin besonders vielen Men- schen aus den unteren Kasten und Kastenlosen begegnet. Das war eine sehr nachhaltige Erfahrung. Ich den- ke noch oft daran, wie uns in Bhuba- neswar der Ökonom der Diözese begleitet hat, der dann kurze Zeit später bei den Verfolgungen durch radikale Hindus schwer verwundet wurde und letztlich auch umgekom- men ist. << Wie war es in Afrika? >> Mehrmals war ich in Südafrika. Ein Land voller Gegensätze. Es war fast irreal: Wir übernachteten auf Einladung der Bayrischen Staats- kanzlei in sehr guten Hotels, in bes- ser situierten Umgebungen, wir be- suchten aber unsere Projektpartner in den Townships der Armen. Das war ein unglaublicher Kontrast, der mich sehr bewegt hat. << Was haben Sie dabei gelernt? >> Ich werde nicht müde, zu beto- nen, welchen Optimismus und Freude Kirche in anderen Teilen der Welt ausstrahlen kann, so dass wir mit unserem deutschen, oft depressi- ven Touch erfahren können: Der Glaube lebt und belebt. << Im Mai 2014 wird Ihr Nachfolger, Domkapitular Huber, sein Amt antreten. Was wünschen Sie ihm? >> Dass er die bayerische Note des Hauses in positiver Weise prägen und dadurch den Ludwig Missions- verein auch in heutiger Zeit weiter etablieren kann. In diesem Zusam- menhang fällt mir unser 175-jähri- ges Bestehen ein, das wir 2013 ge- feiert haben. Auch das war ein Höhepunkt. Da zitiere ich gern ei- nen Diözesanreferenten, der gesagt hat: „Ein anderes, viel jüngeres Werk hat traditionell gefeiert. mis- sio hat gerockt.“ Was ich mir auch wünsche: Dass vielleicht die Ko- operation mit den bayerischen Diö- zesen noch enger wird und bayeri- sche Bistümer stärker über missio Projekte fördern, so wie es in der Zu- sammenarbeit mit dem Erzbistum München-Freising oder auch der Diö- zese Eichstätt schon der Fall ist. << Bleiben Sie uns gewogen? >> Ich werde jedenfalls ein ganz auf- merksamer Besucher unserer Inter- netseite sein und ein eifriger Leser des missio magazins bleiben. << Wissen Sie schon, was nun Ihre Pläne sind? >> Ich bin froh, dass ich kein Bischof bin und bis 75 arbeiten muss! Aber ich kann mir gut vorstellen, in der einen oder anderen Weise ein soziales Projekt zu unterstützen. Einige in- teressante Angebote gibt es schon. Aber das wird kein öffentliches Amt mehr sein. Was ich noch sagen kann: Ich habe München so liebgewonnen, dass ich hier bleiben möchte. Ich hoffe auch, wieder mehr Zeit zu ha- ben für mein musikalisches Hobby. Früher habe ich sehr viel Orgel gespielt, inzwischen eher Klavier. Das kam oft zu kurz. << Interview: Ch. Selbherr W„Wer viel entscheidet, macht viele Fehler.Wer wenig entscheidet, macht wenig Fehler. Aber wer nichts entscheidet, macht den entscheidenden Fehler.“und Umstrukturierungen; Gespräch zum Abschied. HAUS“ Fotos:C.Mukherjee stabwechsel> Im Mai 2014 wird der Münchner Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber (51) offiziell neuer Präsident von missio in München. Huber, 1962 in Reit im Winkl geboren, wurde 1989 zum Priester geweiht. Von 1993 bis 2002 war er Regionalpfarrer für die Seelsorgeregion München, seit 2002 ist er Dompfarrer. Bisher leitete Huber die Abteilung Weltkirche in der Erzdiözese München und Freising und ist zugleich Diözesandirektor für missio in München. Er freut sich auf seine neue Aufgabe: „Die vertrauens- volle und erfolgreiche Zusammenar- beit in den zurückliegenden Jahren ist ein guter Baustein, um die neue Herausforderung anzunehmen und mit missio in die Zukunft zu gehen, auch in weiter- hin guter Zusammenar- beit mit den Diözesen der Freisinger Bischofskon- ferenz“, so Domkapitular Huber in einer ersten Stel- lungnahme. Schon am 15. Mai gibt es Gelegenheit zur Begegnung mit dem neuen Präsi- denten: zunächst ab 11.30 Uhr bei einem Gottesdienst in der Pfarr- kirche St. Paul, danach bei einer kleinen Feier bei missio in der Petten- koferstr. 26 in München. Besucher sind herzlich eingeladen.

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