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missio_ebooks_03_2014

missio magazin 3/201412 facetten international tigsten Knotenpunkte für Handels- beziehungen im asiatischen Raum. So gehen auch 85 Prozent von Chi- nas Energie- und Rohstoffeinfuhren über Sri Lanka. Der Ausbau der Handelswege boomt, doch wer pro- fitiert wirklich davon? Letztes Jahr erst wurden 500 Millionen US-Dollar in den Bau eines Container-Terminals am Ha- fen von Sri Lankas Hauptstadt Colombo gesteckt – einer der wich- tigsten Umschlagehäfen Asiens. Ge- baut wurde der Container-Terminal von der Colombo International Container Terminals Ltd., einem Gemeinschaftsunternehmen der „China Merchants Holdings Com- pany“ und der „Sri Lanka Ports Au- thority“, Sri Lankas zuständiger Behörde für Handelshäfen. Wobei der chinesischen Firma 85 Prozent der Anteile gehören. Ein weiteres Projekt war der Ausbau des Tiefsee- hafens bei Hambantota, den China mit mehreren hundert Millionen Dollar maßgeblich finanziert hat. Auch in Pakistan und Burma haben chinesische Unternehmen an den Häfen angedockt und sich um den Rivalen Indien herum platziert. Und wer profitiert von den neu geschaffenen Arbeitsplätzen? Die Bewohner des jeweiligen Landes sind es jedenfalls nicht, denn bei all diesen Projekten setzt China bevor- zugt auf billige Arbeitskräfte aus dem eigenen Land. Bei dem Ausbau des Tiefseehafens bei Hambantota soll China sogar Gefängnisinsassen entlassen haben, um die Kosten für Arbeitskräfte auf ein Minimum zu reduzieren. << Ein Volk in Indien wehrt sich gegen britischen Rohstoffriesen >> Das Leben der Dongria Kondh, einer indigenen Volksgruppe aus Ostin- dien, hätte sich wohl grundlegend ver- ändert, hätte wie so oft der Stärkere gewonnen. Der Stärkere, hier das briti- sche Bergbauunternehmen Vedanta Resources, musste sich in diesem Kampf nun allerdings geschlagen geben. Geplant war ein Tagebau- Projekt am Fuße des für die Dongria Kondh heiligen Berges Niyamgiri, um im großen Stil das Aluminiumerz Bauxit abzubauen. Als der britische Konzern bereits vor einigen Jahren ohne die Zustimmung der Dongria eine Bauxit- Raffinerie errichtete und dadurch hunderte Familien vertrieb sowie die Umwelt erheblich verschmutzte, stieß das Tagebau-Projekt international auf heftigen Widerstand. Einige Antrags- eigener verkauften wegen ethischer Bedenken ihre Anteile. Und selbst die britische Regierung schaltete sich ein und verurteilte das Vorgehen von Vedanta. Und schließlich ignorierte auch Indiens Regierung den Protest nicht und ließ nun als Folge alle zwölf Dörfer der Dongria Kondh abstimmen. Obwohl die Bewohner nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen massiv von Vedanta bedroht worden sein sollen, stimmten alle Dörfer gegen das Tagebau-Projekt und die Anwesenheit des britischen Unter- nehmens am heiligen Berg. Indiens Regierung erteilte Vedanta Resources daraufhin eine Absage für das ge- plante Projekt. Weil die indische Regierung die Rechte der Dongria Kondh über die eines multinationalen Rohstoffriesens stellte, statuierte sie gleichzeitig auch ein Exempel für das Mitbestimmungsrecht indigener Völker weltweit. << Chinesische Investo- ren bei der Eröffnung des neuen Hafens in Colombo. Rechts: Prä- sident Rajapaksa. SIEG DER KLEINEN >> Sri Lanka befindet sich im Wie- deraufbau – nach dem über 30 Jahre andauernden Bürgerkrieg und den verheerenden Folgen des Tsu- namis 2004 haben die Handelsbe- ziehungen des Landes gelitten. Seit Jahren setzt die Regierung deshalb nun schon verstärkt auf den Ausbau der Transport- und Handelswege und heißt dabei ausländische Inve- storen als wohlgesonnene Unter- stützer herzlich willkommen. Der größte Unterstützer ist China, seit Jahren investiert das Land vor allem in Sri Lankas Süden. Doch während Sri Lankas Präsident Mahinda Raja- paksa dieses Engagement gerne als gewinnbringend für beide Seiten darstellt, kommt einigen Beobach- tern Zweifel an dieser angeblichen Win-Win-Situation. China investiert zwar in große Infrastruktur-Projekte und sorgt dafür, dass Sri Lankas Küsten mit Häfen ausgestattet werden. Doch durch seine Lage an der südöstli- chen Spitze von Indien war das Land schon immer einer der wich- WER PROFITIERT VON CHINA? Sri Lanka ist ein wichtiger Knotenpunkt im asiatischen Handelsraum – das haben auch ausländische Investoren erkannt

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