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missio_ebooks_03_2014

missio magazin 3/201418 DeutschlandzueinemgroßenThema geworden, das sogar Bundespräsident Gauck bei seiner Reise nach Indien aufgegriffen hat. Ich finde es sehr wichtig, dass solche Themen auch bei uns einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“ In einem Ihrer Bücher schreiben Sie: „Der Wert der individuellen Freiheit steht im Widerspruch zu den meisten anderen Werten.“ Heißt das nun, dass man Verant- wortung nur übernehmen kann, wenn man auf seine individuelle Freiheit verzichtet? „Das eine schließt das andere natür- lich nicht komplett aus, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass in den letzten Jahren die individuelle Frei- heit immer mehr an Wert gewonnen hat, allerdings nur an vermeintli- chem, nicht an wahrem Wert.“ Wie meinen Sie das? „Dass die individuelle Freiheit aus- schließlich als persönliche Lebens- verwirklichung gesehen wird ohne nach links oder rechts zu schauen – eben ohne Verantwortung zu über- nehmen.“ Sehen Sie Ihren Beruf als Journa- list dann mehr als Dienst an der Gesellschaft oder als persönliche Lebensverwirklichung? „Natürlich tue ich das, was ich im- mer tun wollte. Ich wollte immer mit Leidenschaft journalistisch tätig sein und das ist mir auch gelungen. Aber das ist eben nur die eine Seite der Medaille. Das Entscheidende ist, dass man als Journalist großen Ein- fluss hat und den sollte man verant- wortungsvoll einsetzen – zum Nut- zen der Menschen in dieser Gesell- schaft.“ Können Sie ein Beispiel nennen? „Ein wichtiger Punkt ist es, den Menschen im Zeitalter der Globali- sierung – wo alles undurchschau- barer wird – schwierige Zusammen- hänge zu erklären, nach bestem Wis- sen und Gewissen und damit auch der Orientierungslosigkeit, die ja um sich greift, entgegenzuwirken.“ Wo sehen Sie die größten Her- ausforderungen in einer globalen Welt? „Den Unterschied zwischen den Armen und den Reichen nicht noch größer werden zu lassen.“ Undwiekönntedasfunktionieren? Ich glaube, dass die Digitalisierung schon eine Menge dazu beitragen könnte, diese Unterschiede weltweit kleiner zu machen. Mit anderen Menschen vernetzt zu sein, schafft Einblicke in andere Regionen dieser Welt und erweitert den Horizont. Und dann schafft Vernetzung natür- lich Zugang zu Wissen und zur Bil- dung – und das ist der wichtigste Stoff der Zukunft.“ << Interview: Steffi Seyferth Zur Person: Nach seinem Studium arbeitete Sigmund Gottlieb (62) zunächst als Redakteur beim „Münchner Merkur“ und bald darauf beim ZDF, wo er als Mode- rator des Heute Jour- nals u. a. den Zusam- menbruch der DDR, die Wiedervereinigung und den ersten Golf- krieg begleitete. Seit 1995 ist er Chefredak- teur des Bayerischen Fernsehens und seit 2001 stellvertretender Fernsehdirektor. Regelmäßig moderiert er die politische Talk- show „Münchner Runde“. Fotos:missio(4),fotolia missio unternehmerische verantwortung >> Herr Gottlieb, warum haben Sie sich dazu entschieden, die SchirmherrschaftüberdenClubder guten Hoffnung zu übernehmen? „Weil das eine der seltenen Aktio- nen ist, wo sich eine sehr gute und humane Idee auch mit pragmati- schem Handeln verbindet. Ich habe sofort den Eindruck gehabt, dass hier Menschen am Werk sind, die wirklich Gutes tun.“ Der Club möchte Unternehmen dazu motivieren, Verantwortung für die Gesellschaft zu überneh- men. Wie sollte das Ihrer Mei- nung nach aussehen? „Zunächst einmal bedeutet unter- nehmerische Verantwortung, in der Gesellschaft und in dem Land, in dem man sich befindet, für Arbeits- plätze zu sorgen und gute Arbeitsbe- dingungen zu schaffen. Aber natür- lich kann man es in einer globalen Welt auch anders sehen, dass ein Unternehmer aus Bayern oder Deutschland auch für andere Regio- nen der Welt Verantwortung über- nehmen muss und für die Menschen, die in Not sind.“ Ein Schwerpunkt vom Club ist die Förderung von Frauen welt- weit – für wie wichtig halten Sie diesen Ansatz? „Das ist ein extrem wichtiger Ansatz. Zum Beispiel das Thema Missbrauch von Frauen in Indien ist bei uns in „HIER SIND MENSCHEN AM WERK, DIE WIRKLICH GUTES TUN“ Der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens, Sigmund Gottlieb, hat die Schirmherrschaft über den Club der guten Hoffnung übernommen. Im Interview spricht er über seine Motivation, Wertevorstellungen und warum es wichtig ist, seinen Blick auch auf andere Regionen dieser Welt zu richten.

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