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missio_ebooks_03_2014

„Wir wollen den Menschen ein Zuhause geben, das dem nächsten Sturm standhält.“ Victor Gocela, Projektleiter missio magazin 3/2014 29 Manche geraten schon in Panik, wenn es in der Nacht zu regnen beginnt. Der Wiederaufbau sei schwierig, sagt Sarah Gocela. „Ich habe keine Ahnung, wie unsere Regierung das jemals alles wieder hinbekommen will.“ Das ist eine Frage, die sich auch Remedios Petilla stellt. Sie ist Bür- germeisterin von Palo. Ihr Bezirk grenzt an die Stadt Tacloban an. Fast alle vom Taifun zerstörten Dör- fer liegen in diesem Bereich. Bür- germeisterin Petilla ist 72 Jahre alt, und hat eine gewaltige Aufgabe vor sich. Es war ein Schock für sie, als ihr das bewusst wurde. „Ich habe am Morgen nach dem Taifun aus dem Fenster geschaut, und konnte es kaum glauben, wie groß die Zer- störung war.“ In ihrem Rathaus drängen sich die Menschen. Vertre- ter von Hilfsorgansiationen, die um Genehmigungen für Projekte bit- ten. Überlebende, die sich Nach- richten von Vermissten erhoffen und auf die Verteilung von Hilfsgü- tern warten. Im Büro hat die Bür- germeisterin auch ein Modell der geplanten Häuser von Candahug aufgestellt. „Kaum ein Projekt ist so weit fortgeschritten wie dieses“, sagt sie über die Arbeit der Salesia- ner Don Boscos. Eines steht für sie fest: „Ich habe schon am Abend nach Yolanda gesagt: Ich weiß nicht, wie wir anfangen werden. Ich weiß auch nicht, wo wir anfangen werden. Aber wir werden unsere Stadt wieder aufbauen.“ Aus Fischern kann man keine Bauern machen Ganz Tacloban ist in Bewegung, so scheint es. Die einen schaufeln Schutt, andere öffnen wieder ihre Läden, die nächsten bauen schon ein Haus. Das schaffen jedoch in erster Linie nur die, die es sich leis- ten können. Vielen fehlt ganz ein- fach das Geld zum Wiederaufbau. Besonders die Preise für Bauholz sind in den vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Dass manche Leute mit der Not ihrer Mitmen- schen gute Geschäfte machen – auch das ist eine Wahrheit. „Wir haben Angst davor, was passiert, wenn die Hilfsorganisa- tionen weggehen,“ sagt Romeo Fabi. Weil die wenigsten schon wissen, wie sie selber für ihr Aus- kommen sorgen sollen. Romeo Fabi besitzt ein kleines Reisfeld in der Nähe seines zerstörten Hauses. Aber das hat die Regierung noch nicht freigegeben. Es sei verunrei- nigt und müsse erst von Trüm- mern gesäubert werden. Noch immer werden in solchen sumpfi- gen Feldern Leichen gefunden. Romeo Fabi hat Saatgut organi- siert und will trotzdem einen Teil des Feldes bebauen. „Ich muss den Regierungsleuten beweisen, dass der Reis dort schon wieder wach- sen kann.“

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