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missio_ebooks_03_2014

blickwechsel deutschland missio magazin 3/2014 33 >> Gerade ruft ein Händler aus Indonesien an. Es geht um die Garderoben für Kinder, die Roswitha Scheckenhofer bei ihm bestellt hat. Besser gesagt um die genaue Stückzahl. Weil der Händler seine E-Mail-Adresse gewechselt hat, haben ihn die Mails aus Deutschland nicht mehr erreicht. Ein paar Tage lang wusste Roswitha Schecken- hofer nicht, ob sie überhaupt noch mit den Garderoben rech- nen kann. Doch für die gebürti- ge Plattlingerin sind solche Zwi- schenfälle Kleinigkeiten. Seit 30 Jahren managt sie den missio shop in der Münchner Petten- koferstraße, der fair gehandelte und handgemachte Produkte aus der ganzen Welt in seinem Repertoire hat. Ob Gewürze aus Südafrika, akribisch gefaltete Papierschalen von den Philippinen oder bunte Stoffhandtaschen aus Tansania – mit dem Ankauf der Produkte werden kleine Handwerksbe- triebe oder Einzelpersonen un- terstützt, die mit dieser Arbeit ihren Lebensunterhalt verdie- nen. Der Erlös des Ladens fließt dann wiederum in missio-Pro- jekte in Afrika, Asien und Ozea- nien. Papageien aus Blech Über die Jahre haben sich Ros- witha Scheckenhofer und ihre Kollegin Nadine Bourse-Müller einen zuverlässigen Kreis von Händlern aufgebaut, die vor Ort auswählen und überprüfen ob die Kriterien des fairen Handels erfüllt sind. „Es kommt auch mal vor, dass unsere Ansprech- partner uns abraten, das ein oder andere mit ins Sortiment zu nehmen, weil sie zum Beispiel nicht garantieren können, dass den Menschen ein anständiger Lohn gezahlt wird“, sagt Roswi- tha Scheckenhofer. „Wir neh- men das sehr ernst, auch weil viele unserer Kunden auf diese Kriterien Wert legen und des- halb ganz bewusst bei uns ein- kaufen, andere suchen nur ein ausgefallenes Geschenk.“ Wer in den missio shop geht, weiß nie so genau, welche neuen Kunstwerke sich gerade in den Regalen befinden. Vor kurzem ist zum Beispiel ein kniehoher Papagei reingekommen, hand- gefertigt aus altem Blech – ein Windlicht aus Bali. Aber auch bei den Bestel- lungen bleiben Überraschun- gen nicht aus. „Wer in so fer- nen Ländern einkauft wie wir, muss flexibel sein“, sagt Roswi- tha Scheckenhofer. „Nicht im- mer kommt auch das an, was man eigentlich wollte.“ Die gewünschten Schals aus Thai- land zum Beispiel waren so breit und lang, dass man sie nicht als Schal hätte verkaufen können. Weil sie aber trotzdem gefallen haben, wurden daraus ganz einfach Tischläufer. Aber nicht nur falsche Be- schreibungen zwingen Roswi- tha Scheckenhofer und ihre Kol- legin zum Umdenken. Über ei- nen Händler aus Deutschland haben sie vor einigen Jahren Glaslampen aus Indien bestellt. Plötzlich war das Schiff verschwunden Die Ware war für das Weih- nachtssortiment fest eingeplant, als es plötzlich hieß, dass das Schiff mit den Lampen an Bord auf dem Weg nach Deutschland verschwunden sei. Das ganze Schiff war auf einmal nicht mehr aufzufinden. „Geplante Ankunft war Anfang Oktober, dann wurden wir auf Ende des Monats vertröstet – letztendlich ist das Schiff dann Ende De- zember im Hambuger Hafen eingelaufen. Da war Weihnach- ten natürlich schon vorbei.“ Wo das Schiff drei Monate lang geblieben ist, weiß sie nicht. „Wahrscheinlich wurde es ge- kapert“. Jeder Artikel im missio shop hat seine eigene Geschich- te zu erzählen – es sind Ge- schichten aus der ganzen Welt. << S.Seyferth www.missio-shop.de W ROSWITHA SCHECKENHOFER, das Gesicht des missio shops Jenny Rodriguez hat in ihrem Laden auf der philippinischen Insel Naborot irgendwie von allem etwas, und doch reicht ihr Verdienst gerade so, um über die Runden zu kommen. Roswitha Scheckenhofer bestellt für den missio shop in München Handarbeiten aus Afrika und Asien, um kleine Handwerksbetriebe und das Prinzip des fairen Handels weltweit zu unterstützen. „Wer in so fernen Ländern einkauft wie wir, muss flexibel sein. Nicht immer kommt auch das, was man eigentlich wollte.“ Foto:FritzStark,missio,fotolia

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