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missio_ebooks_03_2014

>> Etwa 2,5 Millionen Menschen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen, 700 000 Binnen- vertriebene sind innerhalb des Lan- des auf der Flucht, rund 250 000 Menschen haben sich in die Nach- barländer Kamerun, Tschad, Demo- kratische Republik Kongo und Re- publik Kongo gerettet. Seitdem im Januar 2014 eine neue Übergangs- präsidentin gewählt wurde, scheint sich die Lage etwas zu entspannen. „Die Sicherheitssituation ist jedoch weiterhin sehr fragil“, heißt es aus dem Bundesentwicklungsministe- rium in Berlin. Einer, der die Zentralafrikani- sche Republik wie kaum ein Zwei- ter in Deutschland kennt, ist der emeritierte Bischof Peter Marzin- kowski. Fast vier Jahrzehnte seines Lebens verbrachte der heute 75 Jah- re alte Spiritanerpater als Missionar in dem zentralafrikanischen Bin- nenland. 2004 wurde er Bischof des neu gegründeten Bistums Alindao im Süden des Landes. Seit Januar ist Marzinkowski zurück in Deutsch- land, im Seminar seines Ordens im nordrhein-westfälischen Knecht- steden. Christen gegen Muslime – aber kein Religionskrieg „Seit 1960, der Unabhängigkeit der Zentralafrikanischen Republik, ist das Land konfrontiert mit politi- scher Instabilität, Aufständen und Staatsstreichen“, sagt Marzinkows- ki. Gründe hierfür sind seiner An- sicht nach schwache Regierungs- führung, Vetternwirtschaft, Be- nachteiligung bestimmter Grup- pen und die Korruption der politi- schen Klasse. Europa und vor allem der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich hält Marzinkowski vor, Plünderungen, Raub, Mord, Entführungen und Vergewaltigungen: Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ist katastrophal. Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass die Seleka - eine Koalition mehrerer muslimischer Rebellengruppen - gegen den Präsidenten François Bozizé putschte und die Macht im Land übernahm. Im Dezember 2013 setzten schließlich christlich geprägte Anti-Balaka- Milizen zum Gegenschlag an und rächten sich an der muslimischen Bevölkerung. Die Vereinten Nationen befürchten „eine Situation, die nicht mehr beherrschbar ist“. missio magazin 3/201438 IM KREISLAUF DER GEWALT Flüchtlinge auf dem Flughafen der Hauptstadt Bangui.

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