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missio_ebooks_03_2014

missio magazin 3/201444 beitern das SRI Programm von 146 Bauern in neun Dörfern. „SRI ver- bessert die Wachstumsbedingungen für die einzelne Pflanze, so dass der Reis sein wahres Potenzial entfalten kann“, sagt er. Jean Aimé Manasoa ist zufrieden mit seiner Ernte. „Das ist schon mal mehr, als im vergange- nen Jahr“, sagt er. Doch Norbert Razafimino schüttelt den Kopf: „Für das erste Jahr ist das in Ord- nung. Mit ein bisschen Übung wird er garantiert Erträge zwischen fünf bis zehn Tonnen Reis pro Hektar erreichen“, sagt er. „Das sind unsere Erfahrungen für diese Gegend.“ Von fast zwei Millionen mada- gassischen Reisbauern haben sich nur dreieinhalb Prozent auf die Methode Laulanié eingelassen. Die Gründe dafür sind vor allem bei den Landwirten selbst zu suchen. „Es ist schwierig, die Bauern von etwas Neuem zu überzeugen“, sagt Nor- bert Razafimino. Bei der traditionel- len Anbauweise sind die Sprösslinge einige Wochen alt und werden in Büscheln verpflanzt. Bei SRI setzt man sie im Alter von höchstens zwölf Tagen einzeln und im Ab- stand von mindestens 25 Zentime- ter ein. Sie sind also sehr klein und stehen weit auseinander. Weniger Wasser auf den Feldern Zunächst sehen die Felder daher etwas mager aus“, erklärt Norbert Razafimino. „Doch so konkurrie- ren die Pflanzen nicht miteinan- der, bekommen ausreichend Licht und Nährstoffe, bilden bessere Wur- zeln und sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge.“ Am Ende wach- sen sie dichter und grüner als der Reis auf herkömmlichen Äckern. Außerdem spielt die Bewässerung eine wichtige Rolle. „Die meisten unserer madagassischen Reissorten wachsen besser, wenn man den Boden höchstens feucht hält und sogar austrocknen lässt“, sagt Nor- bert Razafimino. Außerdem jätet der Bauer bei SRI das Unkraut nicht mühsam mit der Hand, sondern mit Hilfe einer Art Hacke, die er ent- lang der Furchen im Reisfeld zieht. Das belüftet auch gleichzeitig den Boden. Doch nicht nur die praktische Umsetzung schreckt viele Bauern ab. „Die Bauern haben Angst davor, dass die neue Anbaumethode die Ahnen verärgern könnte und deswe- gen die Ernte schlecht ausfällt“, sagt Norbert Razafimino. Traditionelle Regeln schreiben im Ahnenglauben vor, wann man etwas zu tun oder zu lassen hat. „Die Gesellschaft ist Jean Aimé Manasoa arbeitet zum ersten Mal mit der SRI-Methode. „Ich bin zufrieden mit der Ernte. Es ist zumin- dest schon mehr, als im vergangenen Jahr.“ Echte Handarbeit: Ein Bauer pflanzt Reis und Gemüse für seine Familie an (l.). Der Reis wird auf Fuhrwagen geladen und nach Hause gefahren. Eine Frau stampft die Körner (Bilder unten).

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