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missio_ebooks_03_2015

missio magazin 3/201540 >> Der Eingang zur Hütte ist so niedrig, das man in die Hocke gehen muss um hineinzugelangen. Drinnen steht die Luft. Dämmriges Licht erfüllt den Rundbau. In der Mitte des Raumes, an einen Pfahl gebunden, der das Dach stabilisiert, liegt ein Zicklein. Sein Brustkorb weitet sich schubweise und sackt wieder zusam- men. Der Schädel des Tiers liegt am Boden, seine Augen blicken starr. Der Tod, das merkt man sofort, ist nicht mehr weit. Dahinter, wo es noch dunkler ist und kein Hauch von Bewegung mehr in der Luft ist, liegt das Kind. Ein etwa achtjähriger Junge, ganz still, als würde er warten, dass die Zeit seine Wunden heilt. Die Haut an Brust- korb und Oberschenkel ist aufge- platzt und wirft wässrige Blasen. Ein Arzt würde hier vermutlich Verbren- nungen zweiten oder dritten Grades diagnostizieren. Aber es ist kein Arzt da. Stattdessen sitzt Fr. Angel Valdi- via bei dem Jungen. In der Hand hält er ein Buch mit dem Titel: „Wo es keinen Doktor gibt“. Darin hat er bis zu der Seite mit Verbrennungen ge- blättert. Rasch liest er nach, ob die Medizin, die er hat, in diesem schwe- ren Fall noch nützt: eine antiseptische vor ort äthiopien

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