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missio_ebooks_04_2014

missio magazin 4/2014 27 meinte, als er immer sagte: Das schlimmste ist, wenn man als einzig Gebildeter unter lauter Ungebilde- ten lebt.“ Die „Ungebildeten“, das waren seine Familienangehörigen, die, kaum war er verunglückt, Hab und Gut des Verstorbenen – und seiner Frau – auf denkbar schlichte Weise an sich reißen wollten: Regi- na sollte an einen Bruder ihres Man- nes „vererbt“ werden, als weitere Ehefrau. „Ich erbat mir Bedenkzeit, aber im Inneren wusste ich: Das kann ich nicht.“ Das bedeutete wie- derum, dass Regina nach den Regeln des Dorfes weg gehen sollte und ihre Kinder, als Besitz der Familie des Mannes, zurücklassen. „Aber das konnte ich noch weni- ger.“ Abenteuerliche Flucht Und so begann die abenteuerliche Flucht von sechs Kindern, einen Tag später gefolgt von Mama Regina. Über Umwege gelang es ihr, die Kinder zu ihren Eltern zu bringen und damit in Sicherheit. Über drei Jahre hinweg arbeitete sie, um finan- ziell auf eigenen Füßen zu stehen, dann holte sie ihre Kinder zu sich. Damals begann ihre eigentliche Ar- beit: „Das Unrecht gegenüber uns Witwen ließ mich nicht los. Also brachte ich diese Witwen zusam- men.“ Daraus wurden Gesprächs- kreise und Selbsthilfegruppen, die an Einfluss gewannen. Irgendwann fragte Michael Msonganzila, Bischof von Musoma, ob Regina ihre Kraft nicht in Musoma, seiner Diözese, einsetzen wolle. Für die Frauen in den Dörfern hin zur kenianischen Grenze. Denn dort, und weit nach Kenia hinein, siegt die Tradition oft noch über die Vernunft. Im November und Dezember ist „Be- schneidungszeit“. Mehr und mehr Feiern und Tanzen: Spontanes Fest nach dem Gottesdienst (o. r.) Frauen, die es zu etwas gebracht haben: Christi- na Muajuma mit Enkelin (u. l.). Die Ziegenzucht ermöglicht dieser Frau ein eigenes Einkommen (u. r.).

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