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missio_ebooks_04_2015

29missio magazin 4/2015 Bis auf die im Land lebenden Ausländer ist die Bevölke- rung Dschibutis muslimisch. Vor 130 Jahren ließen sich zwei französische Kapuziner- patres mit der Erlaubnis des Sultans in Obock nieder. Von Anfang an setzten die Missionare den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf den Aufbau von Schulen. Heute ist das staat- liche Schulsystem des Landes flächendeckend gut ausge- baut, aber die katholischen Schulen sind nach wie vor hochgeschätzt. „Viele wichtige Leute in Politik und Wirtschaft haben unsere Einrichtungen durchlaufen. Sie haben ein positives Bild von uns Christen und schätzen uns“, sagt Bischof Bertin. Zugleich hat Bischof Bertin in Absprache mit der Regierung seit 2002 fünf Zentren in Dschibuti aufgebaut, in denen es Alphatbetisierungs- kurse für Randgruppen gibt, die das staatliche Schulsystem nicht erfasst. Daneben bietet die Diözese Migran- ten, Straßenkindern und Kranken Hilfe und Versorgung. kirche in dschibuti> Alphabetisierungskurse in Arta (oben). Links: Straßenkinder erhalten medizinische Versorgung, Essen und die Möglichkeit, sich zu waschen. könnten wir ohnehin alles zusam- menpacken und weggehen.“ Ans Weggehen hätte auch Beatri- ce de Loitère nicht gedacht. Über ein Jahr lang musste die aus Versailles stammende Krankenschwester und Hebamme wegen gesundheitlicher Probleme nach Frankreich. Heute ist sie nach dieser Zwangspause zum ersten Mal wieder in das Örtchen Arta gekommen. Hier hat sie 22 Jah- re lang gearbeitet. Davor war sie wei- tere 22 Jahre lang in Tadschura im Einsatz gewesen, ein halbes Leben al- so. Dementsprechend lange dauert es, bis Beatrice das andere Ende des Dor- fes erreicht, denn alle paar Meter wird sie begrüßt. Als Krankenschwester wird sie hier nicht mehr gebraucht, denn mittlerweile haben Chinesen ei- ne Klinik erbaut. Beatrice geht heute gemeinsam mit der Belgierin Simone Pire und der Französin Colette Gandouly zu den Kindern, die am Programm „Lesen, schreiben, rechnen“ teilneh- men. In fünf Orten über Dschibuti verteilt existieren diese Institutionen, in denen Kinder ohne Geburtsschein, Einwanderer und andere, die durch das Netz der staatlichen Schulen fal- len, eine Grundbildung erhalten. Beatrice de Loitère hat den Wandel des Landes und der Region miter- lebt. Ein wenig trauert sie der fran- zösischen Präsenz der Anfangsjahre nach. „Damals gab es mehr und bes- sere Medikamente als heute, da wir sie über die Regierung in Paris beka- men“, sagt sie In ihrer alten Heimat hingegen herrscht immer weniger Verständnis für die militärischen Investitionen in dem Land von der Größe Hessens mit der Einwohnerzahl Frankfurts. Dort hat man den Eindruck, dass man ein Land politisch und wirt- schaftlich sichert, andere aber Ge- schäfte machen: die Golfstaaten. In den ultramodernen Hafen hat Dubai maßgeblich investiert. Kuwait ist der Hauptinvestor in die neue Bahn- strecke zwischen Dschibuti und Ad- dis Abeba. Über den Überresten der alten Bahnstrecke, die die Franzosen Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut haben, wächst spärliches Gras. Für mehr fehlt das Wasser. <<

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