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missio_ebooks_03_2016

das hinduistische Kastensystem nach Na- tionalität durchbuchstabiert. Die Häuser sind neu gebaut, doch im Inneren brö- ckeln sie bereits: 25 Bangladeschis im ersten Stock, im zweiten die Filipinos, darüber Nepalesen. Die Küche starrt vor Schmutz, gewaschen wird in Trögen, per Hand. Die Filipinos hier arbeiten Nacht- schicht. Sie sind Sicherheitsleute für die Luxuswägen, die sich die Bewohner die- ses Landes dank ihres Erdgases gerne leisten. N. ist einer von ihnen. Er stammt aus dem philippinischen Bulacan, war Ka- meramann bei der Regierung. Sein Drei- jahresvertrag als Sicherheitsmann endet im Juli, dann kann er heim auf die Philip- pinen. „Wenn ich gewusst hätte, was mich hier erwartet, hätte ich das nie ge- macht“, sagt er und deutet auf die Ver- schläge, in denen er und seine Kollegen hausen. „Ich hatte gedacht, dass ich es besser aushalte, getrennt von meiner Fa- milie zu sein. Aber ich vermisse meine Frau und die Kinder sehr“, sagt er. Das schlimmste sei gewesen, als der Arbeit- geber das letzte Mal den Lohn zurück- gehalten hatte. „Das war um Weihnach- ten. Wir waren verzweifelt. Wofür mache ich das denn alles, wenn ich an Weih- Irgendwo im Nirgend- wo: Die Kirchen liegen in der Wüste außer- halb Doha 24 | missio 4/2016 Endlose Häuserblocks, nur ein Supermarkt: in der Industriezone

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