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missio_ebooks_05_2012

missio magazin 5/201212 >> 109 Sitze wurden in den diesjäh- rigen Parlamentswahlen in Papua- Neuguinea besetzt – und 3500 Anwärter bewarben sich darum, die politischen Geschicke des Lan- des zu lenken. Darunter auch – zum Ärger der Bischöfe – eine Reihe katholischer Priester. Das Priesteramt lasse sich mit einem politischen Mandat nicht verbin- den, mahnte Erzbischof John Ribat in einem offenen Brief an die Geist- lichen. Das Kirchenrecht verbietet es Geistlichen, sich um ein politisches Amt zu bewerben. Sorge bereitet den Bischöfen, dass etliche Priester eine Suspendierung auf Zeit in Kauf nehmen, um sich der Politik widmen zu können. Die Erfahrung zeige zudem, dass die allerwenig- sten Geistlichen, die eine politische Karriere einschlagen, diese wieder aufgäben. So gingen diese Beru- fungen verloren. facetten international Das rohstoffreiche, aber bitterarme Papua-Neu- guinea könnte Politi- ker, die sich gegen Kor- ruption und Ausbeu- tung stellen, allerdings gut brauchen. Politik, Verwaltung und Justiz leiden gleichermaßen unter Bestechungs- skandalen. Auf dem weltweiten Korrupti- onsindex steht das Land an 154. Stelle von ins- gesamt 182 Ländern. Weitere Herausforde- rungen für das Land sind die Jugendarbeits- losigkeit, die zu Kriminalität führt und das unkontrollierte Wachstum der Städte, das mangelnde Trink- wasserversorgung und fehlende Hygiene nach sich zieht. Seit August vergangenen Jahres ist der von vielerlei Problemen ge- plagte Staat im Südpazifik in eine politische Führungskrise geschlit- tert: Der langjährige Premiermi- nister Michael Somare war nach einer Herzkrankheit aufgrund län- gerer Abwesenheit vom Parlament entlassen worden. An seiner Stelle wurde Peter O‘Neill Premier- minister. Der oberste Gerichtshof des Landes hat dieses Verfahren für verfassungswidrig erklärt. Um das Amt war ein heftiger Streit entbrannt. Die beiden Ri- valen Sir Michael Somare und Peter O’Neill haben sich inzwi- schen ausgesöhnt. Somare ver- zichtete auf das Amt und O’Neill bleibt Premierminister << In Israel mehren sich rassistische Übergriffe auf Immigranten. >> Viele der Afrikaner, die sich im Südteil Tel Avivs aufhalten, sind im wahrsten Sinne des Wortes „einge- wandert“: zu Fuß, aus Heimatländern wie Eritrea bis nach Ägypten und von dort nach Israel, ins gelobte Land. Der Traum, im modernen Staat Israel Fuß fassen zu können und sich durch Arbeit eine Existenz aufzubauen, bleibt für viele unerreichbar. Premier- minister Benjamin Netanyahu nannte sie vor einiger Zeit „Infiltrators“, zu deutsch Eindringlinge. Amnesty Inter- national wies sofort darauf hin, dass die Bezeichnung unpassend sei, da sie den Immigranten böse Absichten un- terstelle. Was mit schmähenden Wor- ten begann, hat sich mittlerweile zu handfester Gewalt gegenüber Afrika- nern ausgewachsen. Molotowcocktails wurden auf die Wohnungen afrikani- scher Asylsuchender geworfen, ein brennender Reifen auf die Unter- künfte sudanesischer Flüchtlinge, Jugendliche mit schwarzer Hautfarbe attackiert. Anfang dieses Jahres verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das es gestattet, illegale Einwanderer drei Jahre in Untersuchungshaft zu neh- men. Die Länge der Inhaftierung kann in bestimmten Fällen unbegrenzt aus- gedehnt werden. Immerhin schiebt Israel Sudanesen und Eriträer auf- grund der politischen Lage in deren Heimatländern derzeit nicht ab. Eine Arbeitserlaubnis wird aber kaum ver- geben. So sitzen die, die gerade nicht inhaftiert sind, zum Ärger der Bevöl- kerung und zur Bestätigung von Vor- urteilen, gezwungenermaßen untätig in den Parks von Tel Aviv. Fotos:FritzStarkPNG-PostPanosPictures/VISUMfotolia POLITISCHE PRIESTER In Papua-Neuguinea bewerben sich einige katholische Priester auf politische Ämter – zum Ärger der Bischöfe. COCKTAILS IN TEL AVIV Sonntagsmesse in der Kathedrale von Kiunga. Traditionell geschmückte Männer tragen die Bibel auf einer Sänfte. 12-13_Facetten-Inter_12-05:12-13_Facetten-Inter_12-05 30.07.2012 13:53 Uhr Seite 12

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