Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

missio_ebooks_05_2012

missio magazin 5/201242 Militante PSHT- Anhänger waren an den Unruhen 2006 beteiligt. Heute verste- hen sich die Mitglieder in erster Linie als Sportgruppe. D>> Die Gesichter sind im fahlen Mondlicht kaum zu erkennen. Wie Peitschenhiebe knallen die Befehle des Trainers über den Platz. Das Echo prallt ab an den schwarzen Steinmauern, die das Gelände be- grenzen. Hier, zwischen den hohen Bäumen von Comoro, einem Stadt- teil von Dili, treffen sich einige Ju- gendliche der Kampfsportgruppe PSHT, eine der zahlreichen Martial Arts Gruppen (MAGs), zweimal in der Woche nach Sonnenuntergang. Zu „Martial Arts“ zählen Sportarten wie Karate und Kung Fu. Ein ganz normales Training. Doch die Moti- vation der PSHT war ursprünglich eine andere. Als Widerstandszelle wurde sie in den 1980er zur Zeit der indonesi- schen Besatzung gegründet. Viele Timoresen kämpften damals für die Unabhängigkeit. Während der 24 Jahre des Widerstandes entstand ein Netzwerk aus Untergrundkämpfern und Widerstandsgruppen, um den gemeinsamen Feind Indonesien zu bezwingen. Nach der Unabhängig- keit 2002 schlossen sich im politi- schen Machtspiel der Parteien einige ehemalige Widerstandszellen zu mehr oder weniger gewaltbereiten Banden zusammen oder traten den unterschiedlichen MAGs bei. Politi- ker nutzten dieses Geflecht gewalt- bereiter Gruppen aus, um ihre Inte- ressen in der Bevölkerung durch- zusetzen. So entbrannte 2006 ein re- gelrechter Bandenkrieg. Die Ju- gendlichen zogen durch die Straßen, randalierten, plünderten und zünde- ten Häuser an. Auch militante Anhänger der PSHT waren damals unter den Unruhestiftern. 6000 Häuser gingen in Flammen auf, schätzungsweise 155 000 Menschen waren auf der Flucht vor den haltlo- sen Gewaltexzessen. Bandenzugehörigkeit kann den Tod bedeuten. Das weiß auch Fran- cisco Valente. Die sieben feinen Narben, sein Bandenzeichen, sind nur schwer auf seinen wild tätowier- ten Armen zu erkennen. Zweimal die heilige Zahl Sieben, die sich in akribischer Präzision parallel gegen- über stehen, bedeutet: er gehört zu Seven-Seven (7-7). Deren Mitglieder Francesco Valente (29), ein Anführer von „Seven-Seven“: „Wir haben uns nur verteidigt.“ 40-47_Ostimor__12-05.qxd:40-47_Ostimor_12-05 30.07.2012 14:45 Uhr Seite 42

Pages