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missio_ebooks_05_2012

missio magazin 5/2012 45 Hauptstadt. Die Jugendlichen tref- fen sich in einem Zentrum zum gemeinsamen Spielen und Reden. Geleitet und betreut werden die Treffen von einheimischen Sozialar- beitern und Betreuern. Kurse für Gewaltprävention und Konfliktlö- sung stehen für die Jugendlichen der Klubs auf der Tagesordnung. „Wir müssen lernen, gewaltfreie Wege zu gehen“, sagt Alfonso Guterres, der Koordinator der Tref- fen. „So etwas wie 2006 darf nicht mehr vorkommen.“ Beliebt wie überall: Die Suche nach dem „Superstar“ Mädchen, die wie Sabina in Comoro leben, wachsen in Armut und mit traumatischen Familiengeschichten auf. Ihr Vater starb als Widerstands- kämpfer im Kugelhagel indonesi- scher Milizen. Dann kamen die Ban- den in den Stadtteil. Heute ist Sabi- na 16 Jahre alt. Sie lebt mit 13 Fami- lienmitgliedern in einem kleinen Haus ganz in der Nähe des Trai- ningsgeländes der Kampfgruppe PSHT. „Gerade junge Menschen ha- ben in Osttimor kaum eine Chance auf Arbeit und Bildung“, sagt Al- fonso Guterres. Über die Jugendli- chen im Stadtteil hält er auch Kon- takt zu den Mitgliedern der um- strittenen Gruppen, wie beispiels- weise der PSHT. Ihm ist bewusst: Jugendliche stellen 50 Prozent der Bevölkerung Osttimors. Sie sind die Zukunft des Landes. In der Diözese Dili verbindet ein gemeinsames Ju- gendkreuz die Stadtteile symbolisch miteinander. Zum Zeichen der Zu- sammengehörigkeit und des Friedens wird dieses Kreuz jeden Sonntag in einem anderen Stadtteil aufgestellt. Begleitet wird es von einer feierlichen Prozession aller Bewohner. Auch ver- schiedene Kampfsportvereine sind dabei. Die Jugendlichen schützen und bewachen das Kreuz symbolisch, indem sie gemeinsame Menschenket- ten um es herum bilden. Auch der landesweite Gesangs- wettbewerb „Jovens Superstar“, organisiert von der Katholischen Jugend der Diözese Dili, führt die Menschen zusammen. Jeder Stadt- teil schickt seine besten Musik- gruppen und Sänger ins Rennen um den nationalen Titel. Bekannte Persönlichkeiten aus Timors Mode- und Musikwelt sitzen in der Jury. Und auch im Bereich der Bil- dung gibt es neue Aufbrüche. Ein Schulhof in Dili, im Schulzentrum der Salesianer Don Boscos: Hier versammelten sich im Jahr 2006 Alfonso Guterres: „Jugend- liche haben in Osttimor kaum eine Chance auf Bildung oder Arbeit.“ Familienschmuck: Er wird an beson- deren Tagen getragen und von Gene- ration zu Generation weiter vererbt (o.). Ein altes Wachhäuschen dient als Verkaufsstand für Kleidung (u.). 40-47_Ostimor__12-05.qxd:40-47_Ostimor_12-05 30.07.2012 14:45 Uhr Seite 45

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