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missio_ebooks_05_2015

missio magazin 5/2015 13 Fotos:Reuters,dpa,FritzStark >> Die Bilder aus dem Jahr 2012 hatten es weltweit in die Haupt- abendnachrichten geschafft: Schwer bewaffnete Islamisten fielen in Ma- lis Weltkulturerbe-Stadt Timbuktu ein, zerstörten Grabmale, Biblio- theken, Schriftrollen und machten Jagd auf Andersdenkende. Auch in Gao (Ost-Mali) wurden zahlreiche Menschen gewaltsam vertrieben, darunter viele Christen. Mittlerwei- le gibt es einen Friedensvertrag zwi- schen Tuareg-Rebellen, die einen eigenen Staat im Norden namens Azawad wollen, und der Regierung Malis. Doch die Situation sei weiter fragil, erklärte P. Josef Stamer vom Orden der Afrika-Missionare An- fang Juli bei einem Redaktions- besuch in München. Zwar dränge dieehemaligeKolonialmachtFrank- reich die Islamisten immer noch zurück, gleichzeitig ließe sie aber die Tuareg-Rebellen im Norden weitgehend gewähren. Immerhin habe die Krise dazu geführt, dass der interreligiöse Dia- log mittlerweile von Vertretern aller Religionen als wichtig angesehen werde. Die beiden wichtigsten mus- limischen Richtungen in Mali, die eher liberal ausgerichteten Sufis und die von Saudi-Arabien unterstützten Wahhabiten, die eine strenge Form des Islam lebten, könnten sich nicht annähern. „Das hat aber den guten Nebeneffekt, dass sich überall in der Öffentlichkeit die Überzeugung durchgesetzt hat, dass wir Christen dazu gehören“, betont P. Stamer. Der Ordenspriester war bis Januar 2015 Leiter des Institut de For- mation Islamo-Chrétienne (Isla- misch-christliches Ausbildungsin- stitut) in der malischen Hauptstadt Bamako. Dort wird im Auftrag der westafrikanischen Bischöfe ein Ein- jahreskurs mit einer Grundausbil- dung in Islamwissenschaft, sowie die theologische und pastorale Aus- bildung für den Dialog mit dem Islam angeboten. In Mali gibt es 90 Prozent Muslime und drei Prozent Christen. << G. Riffert >> Seit vielen Jahren setzt sich Fr. James Channan aus dem pakistanischen Lahore unermüdlich für den Dialog zwischen den Weltreligionen ein. Nun ist er dafür in New York von den Vereinten Na- tionen als „Botschafter des Weltfriedens“ ausgezeichnet worden. „Das ist ein Zei- chen der Anerkennung meiner langjähri- gen Arbeit für Frieden, Harmonie und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen“, erklärte der Dominikaner- Priester. Einige Tage vor der Auszeich- nung hatte Channan in Louisville (Bun- desstaat Kentucky) als Ehrengast das muslimische Iftar-Fastenbrechen im Mo- nat Ramadan eröffnet. Es sei für ihn eine außerordentlich große Ehre gewesen, als Christ an diesem Abend sprechen zu kön- nen, erklärte Channan. Anwesend waren etwa 400 Muslime, Christen, Juden, Hindus und Bahai. Inzwischen ist Channans neues Buch erschienen. Es trägt den Titel „Path of Love: A Call for Interfaith Harmony“ (übersetzt etwa: „Weg der Liebe: Ein Aufruf zur interreligiösen Harmonie“). Die Veröffentlichung sowie Channans Arbeit im „Peace Center“ werden vom Hilfswerk missio in Aachen und Mün- chen gefördert. << Ch.Selbherr Streiter für Frieden und Versöhnung: Der Dominikaner James Channan aus Pakistan. Unsichere Lage: Französische Patrouille in Nord-Mali. BOTSCHAFTER DES FRIEDENS missio-Partner aus Pakistan von den Vereinten Nationen geehrt LAGE IN MALI BLEIBT FRAGIL Konflikte zwischen muslimischen Glaubensrichtungen / Tuareg hoffen weiter auf eigenen Staat missio magazin 5/201513

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