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missio_ebooks_06_2012

missio magazin 6/201212 >> Weltweit lagern rund 20000 Atomwaffen in den Arsenalen. Zu- sammen ergeben sie eine Zerstö- rungskraft, die der von etwa 150000 Hiroshima-Bomben entspricht – und ihre Herstellung, Wartung und der Bau von Trägersystemen wird auch von der Bayerischen Lan- desbank finanziert. Das berichtet die Internationale Kampagne zur Ab- schaffung von Atomwaffen ICAN in ihrem Report „Don’t bank on the bomb“ (zu deutsch etwa „Investiert nicht in die Bombe“). Tatsächlich aber macht die Bayerische Landes- bank mit ihren umstrittenen Geld- anlagen erhebliche Gewinne: In den vergangenen Jahren investierte das Institut geschätzte 900 Millionen Euro in Unternehmen mit atomarer Rüstungssparte, wie zum Beispiel EADS, BAE Systems und Finmec- canica Die Bayerische Landesbank ist dabei kein Einzelfall. Auch zehn an- dere deutsche Versicherungen und BankenwieetwadieDeutscheBank, die Commerzbank oder die Allianz verdienen am Geschäft mit den Atomwaffen.DerFallderBayerischen facetten international Landesbank ist jedoch besonders delikat, da sie zu immerhin 94 Prozent dem Freistaat Bayern gehört. Weitere sechs Prozent befinden sich im Besitz der bayerischen Sparkassen. Die Anti-Atomwaffen- kampagne ICAN möchte mit ihrer Studie Bankkunden sen- sibilisieren. Sie sollen genau hinschauen, welche Unter- nehmen mit ihrem Geld ge- fördert werden. Seit 2007 setzt sich ICAN für eine völlige Ab- schaffung von Atomwaffen durch ein verbindliches Abkommen ein. Unter der Kampagne mit Haupt- sitz in Carlton, Australien, haben sich rund 200 Organisationen ver- schiedenster Ausrichtung aus 60 Ländern zusammengeschlossen. Unterstützt werden sie dabei auch von Prominenten wie dem südafri- kanischen Erzbischof Tutu und dem Dalai Lama. Insgesamt gelten neun Staaten als Atommächte: Neben den USA, Russland, Frankreich, Großbritan- nien und China sind das Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea. Dem Iran wird immer wieder vorgewor- fen, Atomwaffen zu entwickeln. 2011 betrugen die weltweiten Aus- gaben für die Herstellung und War- tung von Atomwaffen, ihren Trä- gersystemen und für Abwehrsys- teme gegen nukleare Angriffe ge- schätzte 105 Milliarden US Dollar – ein Wert, der nicht allzu weit von der gesamten offiziellen Entwick- lungshilfe aller Industriestaaten entfernt ist: Im gleichen Jahr sank diese auf 134 Milliarden Euro. << China baut in Afrika Fußball- stadien. >> Stolz ragen die Stahlträger in den blauen Himmel von Libreville, Gabun. Das neue Fußball- und Leichtathletik-Stadion Stade d’Angondjé bietet Platz für 40 000 Menschen und viele technische Raffinessen. Im Januar und Februar dieses Jahres war das Stadion ein Austragungsort der Fußball-Afrika- meisterschaft 2012 – bezahlt und gebaut wurde es von China. Die Entwicklungshilfe der Volksrepublik umfasst neben Infrastrukturprojek- ten, Krediten und Wirtschaftszu- sammenarbeit auch den Bau von Stadien in vielen Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Bei diesen Projekten stehen direkte wirtschaftli- che Effekte eher im Hintergrund, uneigennützig ist die chinesische Großzügigkeit aber auch hier nicht: China sichert sich damit langfristig Rohstoffe und Loyalität der Partner- länder und bastelt nebenbei an seinem Image: Denn womit könnte man die Herzen von Mächtigen und einfachem Volk gleichermaßen schneller gewinnen als mit einem brandneuen Stadion? Nach den rauschenden Fußball-Festen kehrt aber oft recht schnell wieder Ernüchterung ein: Viele Prestigebau- ten verfallen nach Großereignissen weitgehend ungenutzt. Fotos:MBDA,Reuters,anamed DAS GESCHÄFT MIT DER BOMBE Die Bayerische Landesbank investiert in die internationale Atomwaffen-Industrie. HERZEN GEWINNEN AUF CHINESISCH Testflug eines franzö- sischen Militärflug- zeugs, das auch mit atomaren Sprengkör- pern ausgerüstet ist. Hergestellt werden diese von der Firma MBDA, einem Zusam- menschluss der Kon- zerne Finmeccanica, EADS und BAE Systems. Allen drei Unternehmen hat die Bayerische Landes- bank in den vergange- nen Jahren Kredite in zweistelliger Millionen- höhe gegeben. 12-13_Facetten-Inter_12-06_neu:12-13_Facetten-Inter_12-06 01.10.2012 17:26 Uhr Seite 12

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