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missio_ebooks_06_2012

IMit einem Holzstock gibt Pater Saju George den Takt für seine belgische Schü- lerin vor (oben). Dorfkinder kommen wöchentlich zum Unterricht (rechts unten). missio magazin 6/201226 >> Ihre Füße springen im Takt, stampfen den Rhythmus in den Bo- den. Der Rumpf der Frau bleibt auf- recht, ihr Gesicht verrät Anspan- nung. Letzteres kritisiert er zuerst. Dann die Fußarbeit, dann die Hand- bewegungen. „Du kannst hier blei- ben und üben“ sagt er, als er sie nach dem Training schweißüberströmt zurücklässt. Also bleibt sie in dem schlichten Trainingsraum und übt unter dem Licht einer Neonröhre auf dem Steinboden weiter. Sie, das ist die belgische Tanzschülerin Miet. Er, der international renommierte Bha- rata Natyam-Tänzer und Jesuiten- pater Saju George Moolamthuruthil. „Eigentlich habe ich heute alles falsch gemacht“, sagt sie als sie eine gute halbe Stunde später den Raum verlässt. Für den Unterricht bei ei- nem indischen Guru, die ehrenvolle Bezeichnung für einen Lehrer, braucht es Durchhaltevermögen, Disziplin und ein gesundes Selbst- vertrauen. Pater Saju George bildet da keine Ausnahme. Wer dem indi- schen Jesuiten begegnet, ist gefan- gen von seiner sanften, nachsichtigen Ausstrahlung, der Aura von Frieden, die ihn umgibt. Wer bei ihm tanzen lernt, trifft auf den indischen Meis- ter. Mit Lob sollte ein Schüler besser nicht rechnen. „Manchmal zweifle ich an mir selbst“, sagt Miet Bleyen, 42. „Ich frage mich, ob ich überhaupt Fort- schritte mache.“ Miet ist für ein paar vor ort kolkata 24-31_ Kolkata_12-06_fertig7:24-31_Kalkutta_12-06_! 01.10.2012 15:54 Uhr Seite 26

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