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missio_ebooks_06_2012

Wahrscheinlich ist Port Moresby eine der letzten Hauptstädte, deren Bewohner noch über Fernsehgeräte und Rolltreppen stau- nen. Vielleicht ahnen die Menschen, wie hoch der Preis für die moderne „Zivili- sation“ sein wird. Vorsichtig haben sich einige in das neue Einkaufszentrum „Vision City Mall“ gewagt. Gebaut wurde dieser Konsumtempel vom malaiisch- chinesischen Groß- konzern Rimbunan Hijau, kurz „RH“, der sein Geld mit Holzhandel ver- dient. Tropische Bäume aus den Regenwäldern von Papua-Neuguinea sind in ganz Asien und auch in Europa begehrt. So ist der Lauf der Welt: das Neue kommt, das Alte fällt. missio magazin 6/201250 ein tag in .... >> Diesen Titel bekommt niemand gern, denn wer ihn einmal trägt, wird ihn so schnell nicht wieder los. „Die gefährlichste Stadt der Welt“ soll Port Moresby sein, teilte das For- schungsinstitut „Economist Intelligence Unit“ aus Großbritannien im Jahr 2005 mit. Tat- sächlich ist die Kriminalität in der Hauptstadt von Papua-Neuguinea erschreckend hoch. Raub und Diebstahl durch bewaffnete Banden sind verbreitet, Gewalt gegen Frauen eben- so. Grund sind die hohe Arbeitslosigkeit und Konflikte zwischen verfeindeten Clans. Zuwanderer aus dem Hochland und anderen Provinzen werden besonders misstrauisch beäugt. Und trotzdem sollte man nicht alles glauben, was die reißerischen Berichte behaup- ten, die vor allem im Land der früheren Kolonialmächte England und Australien viel Gehör finden. Denn auch in Port Moresby lässt es sich in Frieden (über-) leben. << Ch. Selbherr Einwohner: ca. 400 000 Gründung: 1873 Lage: 35 Meter ü. NN Arbeitslosigkeit: mehr als 50 Prozent Zeitunterschied: +8 Std. Währung: Kina (PGK) (1 Euro = 2,72 PGK) Sprachen: Tok Pisin, Englisch, Motu „Guten Tag” heißt: Apinun! IN ZAHLEN ... Port Moresby PAPUA- NEUGUINEA Fotos:FritzStark NUR BAHNHOF Was als Mittel zur besseren Kontrolle gedacht war, ist heute eine Grundlage für die Nation Papua-Neu- guinea. Weil es fast 800 verschiedenen Spra- chen gibt, erfanden Plantagenbesitzer aus Deutschland und Großbritannien für ihre ein- heimischen Arbeiter eine einheitliche Spra- che. „Tok Pisin“ vereint englische, deutsche und einheimische Wörter, gilt als sehr leicht zu lernen - und wird deshalb oft belächelt. Zu Unrecht, denn ihre Logik ist oft genauso simpel wie genial. Das bunte Bankgebäude im Stadtzentrum ist ein „Haus Moni“ - ein Haus, in dem es Geld gibt, und wer etwas von seinem Konto herausbekommen möch- te, sagt „Rausim moni“. Ganz einfach.An genügend Selbstbewusstsein man- gelte es dem britischen Seefahrer Cap- tain James Moresby wohl nicht, als er an der Küste von „New Guinea“ 1873 eine Siedlung gründete und sie recht unbescheiden mit seinem eigenen Namen benannte. Ihm war egal, dass das einheimische Volk der Motu schon seit vielen, vielen Jahren in dieser Regi- on lebte. Zum Schutz vor den Gezeiten bauten sie ihre Häuser auf hölzernen Stelzen. Motu-Dörfer wie etwa Hanua- bada liegen heute am Stadtrand und gehören zu den ärmsten Vierteln. STADT AUF STELZEN PORT MORESBY STAUNEND VOR DEM ÜBERFLUSS 50-51_einTag in portmoresby_12-06:50-51_einTag in portmoresby_12-06 01.10.2012 16:44 Uhr Seite 50

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