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missio_ebooks_06_2014

missio magazin 6/2014 33 humor ausgerechnet Illustration:HeikoSakurai 30000000kostete die Erhöhung des Grenzzauns in Me- lilla von drei auf sechs Meter. Ursprünglich wurde er 2005 mit sogenanntem Nato-Draht aufgerüstet. Dabei handelt es sich um einen besonders scharfen Draht, der rasiermesser- ähnliche Klingen hat. Der Draht wurde vom Nato-Staat USA in Europa eingeführt, daher der Name, und lange Zeit ausschließlich zu militärischen Zwecken eingesetzt. Menschen, die versuchen, so einen Draht zu überwin- den, erleiden tiefe Schnittverletzungen an Händen und Beinen. Am Grenzzaun sind so- gar einige an ihren Wunden verblutet. Nach Protesten von Menschenrechtsorganisationen wurde der Nato-Draht zwar wieder entfernt, aber 2013 hat das spanische Innenministeri- um entschieden, ihn wieder anzubringen. Die Barriere reiche nicht mehr aus, Menschen ab- zuwehren. Der tödliche Nato-Draht ist bei uns in Deutschland zwar für die private Ver- wendung nicht grundsätzlich verboten und im freien Handel erhältlich, 15 Meter kosten ca. 60 Euro. Gefährdet er aber Kinder oder Tiere, ist die Montage nicht erlaubt. Anders ist das an der europäischen Außengrenze. Der „Widerhakensperrdraht“, wie er korrekt auf Deutsch genannt wird, hält die Men- schen jedoch nicht davon ab, weiterhin alles zu versuchen, um über die Grenze zu kom- men. Die Wege dorthin werden aber immer gefährlicher. Wird es schwerer, die Sperr- anlagen zu überwinden, versuchen es die Flüchtlinge vermehrt über Wasser. Viele ertrinken, im Osten vor Lampedusa, im Westen vor den Kanaren oder der spani- schen Küste. EURO Illustration:XXXXX

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