Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

mm_ebooks_06_2017

„Wenn die Ernte gut war, kann ich für meine Kinder sorgen. Aber im Rest des Jahres fehlt mir das Einkommen.“ Hélène Kabré, Bäuerin suchen nur nach einem neuen Partner. Einen, der ihnen die richtige Faserlänge, und damit die gewünschte Qualität lie- fern kann – und damit auch gute Profite auf dem Weltmarkt. Es geht um richtig viel Geld, und ein deutscher Konzern ist mit dabei Jetzt kommen die Deutschen ins Spiel. „Im Dezember 2015 haben wir bei der deutschen Firma Bayer angefragt“, sagt Yaméogo. Ausgerechnet Bayer, die seit 2016 mit dem Konkurrenten Monsanto eine Verschmelzung beider Unternehmen verhandeln. Einer der größten Konzerne im Agro-Business würde aus dieser Ver- bindung des traditionsreichen deutschen Chemie-Riesen mit dem amerikanischen Saatgut-König entstehen. Als Preis sind 66 Milliarden US-Dollar aufgerufen. Die Aktionäre haben zugestimmt. Behörden der Europäischen Union prüfen noch. Aber bis Anfang 2018 soll die Fusion per- fekt sein. Bayer sei derzeit der beste Kan- didat für die burkinische Baumwollpro- duktion, sagt der Chef von Sofitex. Denn Bayer habe bereits Erfahrung in Kame- run. Doch sie wollen das alles ganz genau prüfen, und das könne dauern. „Ich rechne mit sieben Jahren“. Bis dahin wollen sie den Weg weiter- gehen, der ihnen in diesem Jahr eine Re- kordernte beschert hat. Ja, „Cotton is back!“ Aber bald schon könnte es heißen: Monsanto ist zurück in Burkina Faso. A LAND DER AUFRECHTEN An der Spitze der Baumwollproduk- tion in Afrika – und dennoch ein ar- mes Land: Auf dem „Index der Welt- entwicklung“ (Human Development Index) findet man Burkina Faso un- ter 188 Staaten erst an der 185. Stelle. Die etwa 19,5 Millionen Ein- wohner kämpfen in der Sahelzone gegen Dürre und die Ausbreitung der Sahara. Die allermeisten Dorf- gemeinschaften sind von der Land- wirtschaft abhängig. Doch die Er- träge der kleinen Felder reichen oft nicht aus, um das Überleben der Fa- milien zu sichern. Tausende suchen ihr Glück in illegalen Goldminen, andere wandern aus ins Nachbar- land Elfenbeinküste, um dort als Erntehelfer zu arbeiten. Und dennoch: Das „Land der aufrechten Menschen“ ist geprägt von Zuversicht und Hoffnung. Die junge Demokratie scheint wieder gefestigt, nachdem sie vor kurzem noch durch Revolu- tion, Machtwechsel und Putschversuch erschüttert wurde. missio nimmt Burkina Faso in diesem Jahr besonders in den Blick. Im Oktober 2017, dem „Monat der Weltmission“, werden Gäste aus verschiedenen Landesteilen zu Besuch in Deutschland sein und über ihre Arbeit vor Ort in Westafrika berichten. Sie ermöglichen ihren Mitmenschen in Westafrika eine gute Schulbildung, sie schützen Mädchen und Frauen vor Ausbeutung, sie bieten ei- nen Ausweg aus der Armut und begleiten das Land in eine bessere Zukunft. Infor- mationen über die einzelnen Veranstal- tungen und Möglichkeiten zur Begegnung gibt es im Internet unter www.missio.com und www.weltmissionssonntag.de missio 6/2017 | 37

Seitenübersicht